Düsseldorf

Der Düsseldorfer Hafen wird zum Digital-Zentrum

200 Millionen Euro kostet die neue Trivago-Zentrale. Auf dem Dach ist eine Joggingstrecke.

Dort, wo vor Jahren ein Hafenbecken für Industrieschiffe war, entsteht zurzeit die vielleicht modernste Firmenzentrale eines Digital-Unternehmens in Deutschland. Das Internet-Reiseportal Trivago soll im Hafen seinen Hauptsitz bekommen. Gestern war die symbolische Grundsteinlegung. „Wir investieren 200 Millionen Euro in die beiden Bauabschnitte“, sagt Oliver Schumy, Chef des österreichischen Investors Immofinanz, der das Unternehmen langfristig behalten möchte. Im März 2018 soll alles fertig sein. Dann beginnt der zehn Jahre laufende Mietvertrag mit Trivago.

Das Gebäude enthält allerhand Kuriositäten. „So gibt es später etwa eine Joggingstrecke auf dem Dach, die fast so lang ist wie eine Sportplatz-Runde“, sagt Wolfgang Marcour, der das Objekt für die Firma SOP Architekten geplant hat. Auch ungewöhnlich für ein Bürogebäude: Zu den 30.000 Quadratmetern Bürofläche kommen 3500 Quadratmeter Balkone, die von den Mitarbeitern genutzt werden können – es wird ein Haus mit vielen Terrassen. Peter Vinnemeier, Mitgründer und einer der Chefs von Trivago, versprach kurz vor der Grundsteinlegung, dass die Standkörbe, von denen heute viele in den alten Trivago-Büros stehen, mit in die neue Zentrale kommen. Weniger kurios, eher aufwendig, ist die Anlage des Fundaments des Bürokomplexes. „Da der Untergrund ja ein zugeschüttetes Hafenbecken ist, müssen wir 408 Betonpfähle mit einer Länge von je 20 Metern in das Erdreich rammen“, sagt Architekt Marcour.

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Für Wolfgang Marcour und seinen Architektenpartner Jurek Slapa bildet das neue Trivago-Gebäude den Abschluss des Medienhafens zum weiter bestehenden Industriehafen. Dessen Existenz und Abgrenzung zu Büros und Wohnungen war erst kürzlich durch die Unterzeichnung der so genannten Hafenvereinbarung mit den Industrieunternehmen gesichert worden.

Für Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) wird mit dem Neubau „ein neues Kapitel für den Düsseldorfer Hafen“ aufgeschlagen. Trivago würde sich ideal ergänzen mit dem neuen Start-up-Hub und dem Startplatz im Flossihaus. Trivago selbst sei schließlich Düsseldorfs erfolgreichstes Start-up mit heute vielen Hundert Mitarbeitern. „Der Hafen wird so eben auch zu einem bunten Quartier“, sagte Geisel und spielte auf den langen Streit mit den Industriebetrieben im Hafen an.

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Trivago ist nicht das einzige Digital-Unternehmen, das neu in den Hafen kommt. Heute eröffnet die Computerfirma Wacom ihre Europazentrale mit 190 Mitarbeitern in den früheren Siemens-Räumen an der Völklinger Straße. Das Hauptquartier war vorher in Krefeld.

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