Düsseldorf

Gründerzentrum Startplatz im Düsseldorfer Medienhafen

Das Flossihaus in Düsseldorf. Foto: Stadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

Vor einem guten Jahr wurde das Gründerzentrum „Startplatz“ im Flossihaus gegründet. Heute arbeiten dort mehr als 20 Start-ups mit insgesamt etwa 100 Gründern, Praktikanten und Studenten. Ein Besuch bei den Unternehmens-Pionieren der NRW-Landeshauptstadt.

In Düsseldorf hat die Gründerszene ein neues Zuhause: den Startplatz. Der Unternehmer Lorenz Gräf hat mit Unternehmen und der Wirtschaftsförderung die Einrichtung ins Leben gerufen. Anfangs waren wenige Jung-Unternehmer da. Heute sind es 20 Startups. 100 Menschen arbeiten auf der dritten und vierten Etage des Flossihauses im Medienhafen. Einige haben bereits aufgegeben oder sind insolvent, die meisten arbeiten mit Hochdruck und vielen Ideen am Traum vom eigenen Unternehmen. Wir stellen einige der Akteure im Startplatz vor.

Foxbase Benjamin Dammertz (35) gehört zu den Fortgeschrittenen im Startplatz. Er baut eine bereits laufende Plattform namens www.laptopfox.de. Die Idee ist simpel, die Umsetzung ein komplizierter Algorithmus. „Wer einen Laptop sucht, wird mit Daten über Bits und Bytes oder RAM überschüttet, kann damit aber oft nichts anfangen. Unsere Suchmaschine ist eine Art Fragebogen. Der fragt, was der Nutzer wirklich braucht“, sagt Dammertz. Am Ende wirft die Maschinen kein Technik-Gefasel aus, sondern einen konkreten Kaufvorschlag mit Preisvergleich. Finanzieren soll sich das Start-up über Prämien von Herstellern oder Händlern. Die zehn Mitarbeiter arbeiten unter anderem auch an ähnlichen Maschinen für Wein oder Babynahrung.

Avance Aire Max Hug (27) ist Designer und hat schon mal ein Start-up an den Markt gebracht. Nummer zwei soll Avance Aire werden, eine Marke für „anspruchsvolle Reiseutensilien“. Sein erstes Produkt ist ein Reise-Nackenkissen. Dessen Füllmaterial hat eine Memory-Funktion und springt in die Ursprungsform zurück. Gestartet ist er zuhause. Im April buchte er einen Schreibtisch im Startplatz. „Ich versuche, eine Nische einzunehmen, etablierte Konkurrenten machen seit 100 Jahren das Gleiche, ich arbeite an Innovationen“, sagt Hug. Produziert wird im chinesischen Shenzhen. Vertrieben werden die Kissen bei Ebay, Amazon und in Düsseldorf im Stilwerk.

Admeee Patrick Koch (40) belohnt Aufmerksamkeit. Konkret heißt das: „Wer etwa einen Werbespot anschaut und das bis zum Ende und vor allem aufmerksam, der wird belohnt mit Credits bei Paypal oder anderen Plattformen. Um zu prüfen, ob ein Kunde auch aufmerksam genug war, gibt’s am Ende der Werbung eine Testfrage, etwa „welche Farbe hatte der Wagen“. Betriebswirt Koch war früher unter anderem bei Otto. „In den Startplatz bin ich gekommen, weil das Netzwerk das Wichtigste ist“, sagt er. Sein nächstes Ziel sind 100.000 Nutzer im Netz.

Sejomi Jonathan Sehlinger (28) hat den Traum vom Reformhaus 2.0, einem Reformhaus im Internet. Der Katalog der Reformhäuser umfasst klassisch Waren wie Heilkräuter, Lebensmittel auf Pflanzenbasis, Fleischersatz, Getränke ohne Alkohol. Doch gerade das Gegenteil des Letzteren brachte Sehlinger auf seine Idee. „Ich reiste durch Südamerika und mir fiel auf, dass Nahrungsergänzungsmittel zur Milderung des Alkohol-Katers weit verbreitet sind“, sagt Sehlinger. Er brachte sein äquivalentes Produkt „Hang and Over“ in Deutschland auf den Markt. Sein zweites Produkt, das im Internet vertrieben wird, heißt „Chill and Relax“, und soll mit alten indischen Rezepten dem Burnout vorbeugen und beruhigen.

Healthbuddy Lee Greene (42) und Bernhard Üllenberg (47) wollen Therapien mit moderner Kommunikationstechnik verbessern. „Ein Ernährungsberater etwa berät nur alle paar Wochen. Wir greifen auf Chat-Bots zurück und unterstützen die Therapeuten“, sagt Greene. Konkret heißt das: Der Patient fotografiert sein Essen, sendet es per Whatsapp und bekommt von einem Computer eine Resonanz darauf. Zielgruppe sind Krankenhäuser. Üllenbergs Hündin Nice therapiert auch, sie ist Liebling der Gründer und tourt täglich durch alle Büros.

Heimleitung Dieses Wort steht an der Tür von Alexandra Schliebitz (27) und ist als Scherz gemeint. Sie ist kein Start-up, sondern Standortleiterin. Wenn man sie fragt, welche Fragen sie täglich am häufigsten hört, dann sagt sie: „Alex, ich brauche einen Raum! Alex, ich brauche einen Platz für einen Praktikanten! Alex, ich brauche einen Kaffee! Alex, der Kicker quietscht! Alex, ich brauche ein Bier!“ Man gewinnt den Eindruck, ohne sie läuft eigentlich gar nichts. Sie ist die Löserin aller Probleme und die gute Seele.

Auf dem Bild: Das Gründerzentrum „Startplatz“ im Flossihaus in Düsseldorf. (Quelle: Stadt/Michael Gstettenbauer)

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