NRW Vorgestellt

Gründer helfen Gründern

Ein Toaster, der auch Brötchen backen kann. Eine Hängematte, die ohne einen Knoten überall zu befestigen ist. Oder eine beheizbare und mit dem Smartphone steuerbare Wollmütze: Wer die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auf Vox regelmäßig verfolgt, dem werden Produkte wie diese bekannt vorkommen. Oft wurden sie dann von jungen Existenzgründern entwickelt, die im Fernsehen einen Investor und Mentor suchen. Das klappt aber längst nicht immer. An dieser Stelle kommt „Kaufsafari“ ins Spiel.

Das Start-up-Unternehmen aus Duisburg hilft zwar nicht bei der Finanzierung, vermittelt aber Produkte anderer Gründer an den Einzelhandel. Mitgründer David Herzmann kommt aus Hückeswagen.

„Junge Unternehmer erfüllen mit ihren Produkten oft nicht die Ansprüche der normalen Großhändler und können zum Beispiel nicht genügend Masse liefern“, sagt Herzmann. Anders sei das bei „Kaufsafari“: Ein Gründer stellt dort für einen festgelegten Zeitraum (meist einen Monat) sein Produkt ein, und Einzelhändler können es schon in kleiner Stückzahl bestellen. Aus den vielen Einzelbestellungen wird am Ende des Monats dann eine Großbestellung von Herzmann und seinem Team zusammengestellt und an die Hersteller übermittelt. Diese beliefern schließlich einzeln jeden Händler. „Wenn dann ein Produkt ausverkauft sein sollte, ist es irgendwann einfach nicht mehr verfügbar“, sagt Herzmann. Der Druck der Großhändler soll damit entfallen. Außerdem will man kleine und mittelgroße Händler stärken, die über „Kaufsafari“ geringe Mengen bestellen können.

Entstanden ist die Idee für die Plattform Anfang 2015. Während ihres Studiums entwickelten die Ideengeber Daniel Kolb und Malte Dietrich sie immer weiter. Im Rahmen des Programms „Small Business Management“ der Universität Duisburg-Essen stießen dann David Herzmann und der vierte Gründer Alexander Vogel hinzu, und die Pläne zur Umsetzung von „Kaufsafari“ wurden immer konkreter. Dank des Exist-Gründerstipendiums in Höhe von 125.000 Euro des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie startete „Kaufsafari“ im November 2016 in die heiße Phase, im Januar ging die Plattform zuerst testweise online und läuft nun seit Februar ganz offiziell.

David Herzmann musste dafür sein BWL-Masterstudium unterbrechen. „Die Bedingung für das Stipendium war, dass wir uns in Vollzeit auf das Projekt konzentrieren“, sagt er. Bevor er fürs Studium nach Duisburg kam, studierte der 25-Jährige zunächst Betriebswirtschaft in Düsseldorf und im britischen Lancaster. In seine Heimatstadt Hückeswagen kommt er derzeit noch häufig zu Besuch. „Ich habe auch immer noch meinen Frisör dort“, erzählt Herzmann lachend.

Mit dem Start der Plattform ist er zufrieden: 22 Produkte werden dort in diesem Monat angeboten und an eine „im guten zweistelligen Bereich“ liegende Zahl von Händlern vermittelt. Am Nettoumsatz der verkauften Ware verdienen Herzmann und Kollegen acht bis 15 Prozent – je nach Produkt. Profitabel ist das noch nicht. Das Quartett ist aber zuversichtlich, dass es dies bald wird.

Parallel forschen die Gründer an einer künstlichen Intelligenz, die bei neuen Produkten, bevor sie am Markt sind, prognostizieren soll, wie viel ein Händler dafür später im Verkauf verlangen kann, um Profit zu machen. Im Laufe des Jahres will „Kaufsafari“ zudem bis zu 100 Produkte auf der Seite anbieten. Für Privatkunden soll die Plattform aber nicht zugänglich sein. Herzmann: „Dafür gibt es Programme wie Amazon Launchpad. Wir arbeiten bewusst nur mit den Händlern zusammen.“

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