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Neue Gründer braucht das Land

Der Gründerpreis NRW hilft seit dem Jahr 2012 Existenzgründern, ihre Ideen zu verwirklichen.

Eine neue Geschäftsidee zu entwickeln, zu realisieren, zu finanzieren – all das braucht Wagemut und Tatkraft, aber vor allem auch Unterstützung. Der Gründerpreis NRW hilft seit dem Jahr 2012 Existenzgründern, ihre Ideen zu verwirklichen.

Neue Sichtweisen, neue Perspektiven, neue Impulse – all das bringen Existenzgründer schon von sich aus mit. Meist haben sie ein neues Produkt oder ein neues Verfahren für eine Produktion entwickelt oder eine Dienstleistung neu umgesetzt. Häufig steht dann der Realisierung dieses Produkts oder dieser Dienstleistung einiges im Weg. Seien es finanzielle oder organisatorische Schwierigkeiten. Ohne Hilfestellung kommen Existenzgründer oft nicht weiter.

Eine Möglichkeit, Hilfe zu finden, ist der Gründerpreis NRW, der seit dem Jahr 2012 jedes Jahr vergeben wird. Der Wettbewerb wird von der NRW.Bank und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen ausgelobt. Insgesamt werden Preisgelder in einem Gesamtwert von 20.000 Euro ausgelobt, die von der NRW.Bank gestiftet werden. Am 4. November werden die Preisträger ihre Preise in Köln entgegen nehmen können.

Das Gründergeschehen in seiner Gesamtheit beobachtet seit Jahren das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn. Dabei lässt sich seit einigen Jahren ein durchaus komplexes Gründergeschehen registrieren. Während auf der einen Seite im Bereich der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich sinkende Gründungszahlen vorliegen, haben auf der anderen Seite die Gründungszahlen der freiberuflichen Existenzgründungen in Deutschland bereits zum vierten Mal in Folge zugelegt: 2015 lagen sie bei 83.300 – und damit um rund 2300 höher als im Vorjahr.

Für das laufende Jahr rechnet das IfM damit, dass sich der gegenläufige Trend im Gewerbe und bei den Freien Berufen fortsetzen wird. Die Anzahl der gewerblichen Gründungen dürfte erneut sinken. Im Bereich der Freien Berufe (inklusive Land- und Forstwirtschaft) erwartet das IfM dagegen einen leichten Anstieg. Einen guten Überblick über diese Entwicklung gibt seit Juni die Gesamtstatistik des IfM. Sie erfasst die Anzahl aller Personen, die im jeweiligen Kalenderjahr eine selbstständige Tätigkeit im Vollerwerb aufgenommen haben. 21,5 beziehungsweise 76,9 Prozent aller Gründer sind in freien Berufen oder gewerblichen Betrieben tätig.

„Mit der neuen Gesamtstatistik ist die Entwicklung des Gründungsgeschehens in Deutschland sehr viel klarer analysierbar. Bislang wurde dieses häufig allein auf den gewerblichen Bereich bezogen. Heutzutage muss man aber beispielsweise auch berücksichtigen, dass der Struktur- und Technologiewandel in den vergangenen Jahrzehnten zu neuen Formen von Unternehmertum geführt hat. Nicht in jedem Fall ist damit notwendigerweise eine Gewerbeanmeldung verbunden“, erläutert die Präsidentin des IfM Bonn, Prof. Dr. Friederike Welter. Nach Ansicht des Instituts für Mittelstandsforschung spricht vieles dafür, dass der Trend zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft eine wesentliche Rolle für die Zunahme insbesondere in den Freien Berufen spielt.

Gerade die Entwicklung hin zum Outsourcen von Dienstleistungen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auf die Entwicklung in den Freien Berufen ausgewirkt. Neben einzelnen Produktionsstufen wurden häufig auch wissensorientierte Dienstleistungen ausgegliedert. Dieser Entwicklung kommt zugute, dass heute nicht nur viel mehr Menschen studieren, sondern sich insbesondere die Zahl der Frauen unter den Studierenden erheblich erhöht hat. Tendenziell bietet die Selbstständigkeit bessere Möglichkeiten, die Erwerbstätigkeit an die persönliche Lebensgestaltung anzupassen, als eine abhängige Beschäftigung.

Auf dem Foto: Neu-Unternehmer brauchen Mut und Durchhaltevermögen. Aktuell nehmen die freiberuflichen Existenzgründungen zu, während die gewerblichen rückläufig sind. (Quelle: Thinkstock/shironosov)

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