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Elektro-Roller zum Mitnehmen

Sharing-Anbieter werden immer beliebter, ob bei Autos, Fahrrädern oder sogenannten E-Scootern. Diese Roller fahren mit Öko-Strom, schonen die Umwelt und sollen die angespannte Verkehrssituation in Großstädten entlasten. In Düsseldorf funktioniert das schon ganz gut.

Diesel-Skandal, Fahrverbote, Stickoxide – es gab schon angenehmere Zeiten für Autofahrer. Vor allem in Großstädten bilden sich regelmäßig lange Staus zu den Stoßzeiten. Eine umweltfreundliche Alternative sind elektrisch betriebene Autos, Roller und Fahrräder.

Wie erfolgreich das in Großstädten funktionieren kann, zeigt das Beispiel von „Eddy“: Seit Mitte August bieten die Düsseldorfer Stadtwerke und das Start-up Emmy in der NRW-Landeshauptstadt den E-Scooter „Eddy“ an. Kunden können die 100 Roller im gesamten Stadtgebiet ausleihen und abstellen. „Eddy“ wird mit Öko-Strom betrieben und stößt keine Emissionen aus. Die Anmeldung läuft per App: Registrierung, Führerschein-Verifikation, schon kann es losgehen. Mit der App wird auch die Gepäckbox geöffnet, in der der Zündschlüssel und zwei Helme liegen.

Die grün-schwarzen Roller wurden in den ersten vier Wochen mehr als 2500 Mal genutzt – macht 33.000 Kilometer zurückgelegte Strecke. „Die Nutzer behandeln die Roller gut“, sagt René Schleucher, Leiter Medienkommunikation bei den Stadtwerken Düsseldorf. „Sie wären auch identifizierbar, wenn der nächste Nutzer den Schaden meldet. Vandalismus-Schäden kommen vereinzelt vor, halten sich aber im Rahmen.“

Angefangen hat das Berliner Start-up Emmy 2015 mit 150 Rollern. Mittlerweile ist es auch in Hamburg, München, Stuttgart und Mannheim vertreten. Allein in Berlin bietet Emmy 350 Roller an, 400 weitere sollen folgen. Konkurrent Coup bietet in Berlin sogar 1000 E-Scooter an und ist in Paris aktiv.

Die Funktionsweise ist einfach: Die Roller sind sofort betriebsbereit – falls nicht, melden sie sich für einen Akku-Tausch. Steht „Eddy“ am Straßenrand, wird aber nicht in der App angezeigt, ist er reserviert oder hat einen niedrigen Akku-Stand und wartet auf einen Akkuwechsel durch einen Mitarbeiter.

„NRW ist bei der Elektromobilität auf vier Rädern mit Street-Scooter und e-Go aus Aachen deutschlandweit führend“, sagt NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. „Die Kommunen stehen vor der Herausforderung, ihre Innenstädte von Emissionen zu entlasten.“

So stellt das Land im Modellprojekt „Emissionsfreie Innenstadt“ bis zum kommenden Jahr 80 Millionen Euro für den Ausbau der Elektromobilität zur Verfügung. Sieger der ersten Runde ist Bonn: Die Stadt wird mit bis zu zehn Millionen Euro gefördert. Im November entscheidet eine Jury über weitere Gemeinden, die insgesamt 30 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes NRW erhalten. Außerdem fördert der Wettbewerb „Mobilität Logistik NRW“ Projekte, wie etwa neue Mobilitätskonzepte durch den Einsatz von E-Scootern.

„Die kleinen und wendigen Roller können zu einer Entlastung der Städte und zu einem Mobilitätsgewinn für Bürger führen“, sagt Pinkwart. „Bei der Entwicklung der emissionsfreien Mobilität wollen wir vorangehen und innovative Konzepte unterstützen.“

Neben Düsseldorf setzt auch Oberhausen auf Elektro-Roller – als erste Stadt im Ruhrgebiet. Der Energieversorger Evo bietet seit einer Woche zehn eigene Roller an. Doch bereits jetzt deutet sich an, dass es zu wenige sein könnten. An den ersten drei Tagen hatten sich mehr als 130 Nutzer bei der App „Evo“ registriert. „Das ist überwältigend. Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so viele sind“, sagt eine Stadtsprecherin. Vor allem auf kurzen Strecken seien die Roller beliebt. „Das Sharing-Modell ist eine optimale Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr“, meint Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz.

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