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Wie Finanz-Start-ups sicher Laufen lernen

FinTechs brauchen kompetente Berater, damit sie nicht an der Regulierung scheitern.

Der humanoide Roboter Pepper hätte sicher seine Freude daran: Er könnte sich mit Robo-Advisors, also digitalen Geldanlageberatern, wohl sogar in seiner Muttersprache unterhalten. Mittlerweile machen aber computergesteuerte Finanzdienstleister das Leben gerade auch der Normalkunden angenehmer. Geld anlegen, Kredit aufnehmen, per App bezahlen, und das alles von zu Hause aus – das kommt genauso gut an wie online-shoppen.

Der Markt der so genannten FinTechs blüht; sie mischen die Finanzbranche kräftig auf. Doch hier stoßen technisches Vermögen und rechtlicher Rahmen leicht aneinander. Die Finanzbranche gehört zu den am stärksten regulierten Segmenten der Wirtschaft. Der Grat zwischen erlaubnispflichtiger und erlaubnisfreier Tätigkeit ist bei neuen innovativen Geschäftsideen oft schmal. „Viele FinTechs unterschätzen das am Anfang“, sagt Marcel Kirchhartz. Der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht weiß, wovon er spricht. Er hat selbst als Bankkaufmann gearbeitet und berät schon seit Jahren Banken, Finanzdienstleister und Unternehmen im Bankaufsichtsrecht sowie in allen Fragen rund ums klassische Bankrecht.

Die Düsseldorfer Kanzlei Hoffmann Liebs Fritsch und Partner (HLFP), bei der Kirchhartz als Partner tätig ist, hat bereits 40 Jahre lang ihre Expertise in diesen Rechtsgebieten ausgebaut. „Wir kennen alle Kniffe im Bankrecht und in puncto FinTech“, fasst Kirchhartz die im Markt anerkannte Kompetenz zusammen. Seit mehr als zehn Jahren haben die Anwälte das Potenzial der Digitalisierung der Finanzbranche erkannt und sich auch auf die Beratung von FinTechs spezialisiert. Erlaubnisfragen, Finanzvertriebs- und Fernabsatzrecht, Datenschutz – FinTechs stehen als Start-ups vor vielen rechtlichen Fragen und brauchen kompetente Ratgeber, damit sie nicht an der Regulierung scheitern. Aber auch mit FinTechs kooperierende Banken und Investoren, die sich an FinTechs beteiligen, benötigen erfahrene Berater. „Wir können hier als Full-Service-Kanzlei über alle Rechtsgebiete hinweg umfassend beraten“, sagt Kirchhartz.

Am besten zeigt ein Blick in die Praxis, was das alles bedeutet. Angestoßen von seinem Bankrechtspartner Roland Erne berät Kirchhartz seit 2008, von Beginn an, die Online-Kreditplattform auxmoney aus Düsseldorf, ein Pionier der deutschen FinTech-Branche. „auxmoney hat sein Modell von Anfang an grundsolide aufgebaut“, würdigt Kirchhartz den Erfolg. „Sie haben sich halt auch vom Start weg gut beraten lassen.“ Es verwundert daher nicht, dass etwa der niederländische Versicherungskonzern Aegon im letzten Jahr zusagte, bis zu 1,5 Milliarden Euro über auxmoney in Kredite zu investieren.

Das Erfolgsmodell: Private Kreditnehmer und Geldgeber kommen über die Plattform zusammen. Schwarmfinanzierung heißt das Konzept dieses so genannten Crowdlendings (crowd = Menge, lending = Verleih), das zunehmend auch dem Mittelstand alternative Finanzierungsmöglichkeiten bietet. Ähnliche Schwärme organisieren auch andere Anbieter zur Finanzierung von Projekten aller Art (Crowdfunding) und von größeren Investitionen etwa im Immobilienbereich (Crowdinvesting). Aber auch für das Crowdlending gilt, dass ohne Banklizenz keine Kredite ausgegeben werden können. „Gut funktionierende Plattformen haben deshalb schon früh Banken als Partner gewonnen“, erklärt Kirchhartz. Die Banken vergeben dann die Kredite. Für sie selbst häufig ein interessantes Zusatzgeschäft, denn die Kredite sind ja gedeckt durch die von den Plattformen vermittelten Geldgeber.

Auch kann die eigene Wertschöpfungskette der Institute bei der Kreditvergabe ergänzt werden. So kooperieren mittlerweile selbst Großbanken, Sparkassen oder Volksbanken mit Crowdlendingplattformen. Die Digitalisierung der Finanzbranche schreitet auch auf anderen Gebieten rasant voran. Das ebenfalls von Kirchhartz beratene Unternehmen MoneyMap aus Berlin ermöglicht seinen Kunden, Informationen zu ihren Bankkonten über eine Plattform aufzurufen. MoneyMap analysiert mit seinen Algorithmen die Buchungen, zeigt Sparpotenziale auf und bietet sogar Unterstützung bei Anbieter- oder Tarifwechseln an, zum Beispiel bei der Stromversorgung.

Und was aus dem neuesten Projekt wird, das Kirchhartz juristisch begleitet, darauf darf man gespannt sein: Gerade geht die Frankfurter Plattform Leanvestors online. In der automatisierten Vermögensverwaltung können Anleger den Musterportfolios ausgewählter Trader folgen und deren Anlagestrategien direkt, eins zu eins, umsetzen. Vielleicht für Pepper ein interessantes Modell – er könnte einiges über Geldanlage und Vermögensverwaltung lernen.

Foto: Thinkstock/jamesteohart

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