NRW

Weselerin will Veggie-Burgerladen in Berlin gründen

Der Countdown läuft: Noch bis Sonntag haben die Weselerin Tatjana Neu und ihre Freunde Pit Reger und Lena Schultheiß Zeit, um ihr Crowdfundingziel von 25.000 Euro zu erreichen. Sie wollen in Berlin die „Neue Republik Reger“ gründen.

Die 21-jährige Tatjana Neu ist vor drei Jahren nach Berlin gezogen, hat dort Kommunikationsdesign studiert und ihren Bachelor gemacht. Dabei hat sie sich mit der visuellen Gestaltung einer „Mikronation basierend auf humanistischen Idealen“ auseinandergesetzt. Mitgründer Pit Reger (25) hat sich mit nachhaltigem Streetfood beschäftigt und aus diesem beiden Themen sei die Idee für eine sogenannte Mikrorepublik entstanden.

„Wenn man das herunterbricht, ist eine Republik doch eigentlich ein kleiner Freundeskreis mit ähnlichen Interessen“, sagt Neu. Hinter der Neuen Republik Reger verbirgt sich ein Restaurant-Projekt, das die Nachbarschaft mitgestalten kann. In dem Mix aus Restaurant und Bar wollen die drei Gründer ihren Wunsch nach sozialem Miteinander, nachhaltigem Nahrungsstandard und umweltfreundlicher Fortbewegungskultur verwirklichen. Der Name basiert auf den Nachnamen der Gründer Tatjana Neu und Pit Reger.

Die 21-jährige Gründerin aus Wesel erklärt: „Wer die Welt verändern will, braucht einen klaren Kopf und einen vollen Magen.“ In ihrem Restaurant wollen die Gründer daher die Möglichkeit schaffen, nachhaltig zu essen. Angeboten werden vegane Burger, Getränke und kulturelle Veranstaltungen. „Frei nach dem Motto: Burger, Disko, Bier“, sagt Neu.

Die Grundlage für das Restaurant bilden die Burger, die von Koch und Mitgründer Pit Reger zubereitet werden. Der 25-Jährige gründete vor zwei Jahren mit einem Freund den Réger Burger Foodtruck, der mit seinen veganen Burgern der Vorgänger des Restaurants sei, erklärt Neu. In ihrer „Mikrorepublik“ wollen Tatjana Neu und ihre Mitgründer Essen und Getränke nach Saison möglichst regional und bio auswählen. Die Transparenz der Preise ist den dreien wichtig. „Jeder soll sehen können, wie genau sich der Preis für Burger und Getränke zusammensetzt.“

Neben der qualitativ hochwertigen Nahrung soll das Restaurant-Bar-Projekt ein Ort sein, an dem Menschen sich wohlfühlen. „Ich freue mich auf ein buntes Kulturprogramm. Wir wollen nicht, dass die Republik ein austauschbarer Schnellimbiss wird“, berichtet Lena Schultheiß (22), die für die Organisation des Kulturprogramms zuständig ist. Alle Menschen können ihre Ideen für Veranstaltungen einreichen und darüber abstimmen, was realisiert werden soll. „Du bietest das Kulturprogramm“, erzählt die Tatjana Neu. „Die Republik soll ein Ort sein, an dem sich Menschen verwirklichen und zum Beispiel mit ihrer Musik oder Wortbeiträgen auftreten können.“

Zudem ist Umweltfreundlichkeit für die Gründer eine Herzensangelegenheit: „Wir sind alle leidenschaftliche Radfahrer“, sagt Neu. Um eine umweltfreundliche Fortbewegungskultur zu fördern, sollen ein Indoorfahrradparkplatz für Kunden eingerichtet und Rabatte für Radfahrer eingeführt werden. Darüber hinaus werde ausschließlich Naturstrom und -gas bezogen und auf verpackungsreiche Produkte verzichtet.

Ein Teil der Einnahmen des „solidarischen Restaurants“ soll gespendet werden. „Wir möchten soziale Projekte in der Region unterstützen, wie zum Beispiel das Medibüro, das Geflüchteten kostenlos ärztliche Hilfe bietet“, erzählt die ehemalige Schülerin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums. Um ihr Projekt verwirklichen zu können, brauchen die drei Gründer aus Berlin Startkapital.

Für eine Crowdfundingkampagne haben sie sich vor allem der Unabhängigkeit wegen entschieden. „Uns ist Unabhängigkeit von Banken und unseren Eltern sehr wichtig“, erklärt die Mitgründerin aus Wesel. Außerdem sei es den Gründern wichtig, von Anfang an mit vielen Menschen zusammenzuarbeiten. Für jede Spende bekommen die Unterstützer eine Gegenleistung. „Zu den Dankeschöns gehören eine Patenschaft für eine Pflanze oder ein Gutschein für Burger.“

Doch für die drei Junggründer wird die Zeit knapp: „Es könnte besser laufen“, gesteht Neu. Auf zahlreiche Unterstützung in den letzten Tagen sind die drei angewiesen. Bekommen sie die rund 14.000 Euro nicht, die sie noch brauchen, um ihr Ziel zu erreichen, gibt es gar kein Geld. Und das Startkapital brauchen sie um die Location zu mieten, zu renovieren und die Küche einzubauen.

Sollten die drei Gründer ihr Ziel nicht erreichen, wollen sie aber nicht aufgeben. „Das Projekt soll nicht sterben“, sagt Neu. „Wir hoffen auf private Kredite und versuchen ansonsten einen Kredit bei der GLS Bank zu bekommen.“ Das sei zwar auch eine Bank, sie passe als Ökobank aber zu den Vorstellungen der Gründer.

Mehr Informationen zu dem Projekt der Weselerin finden Interessierte unter www.republik.sexy. Spenden können Unterstützer auf www.startnext.com/neuerepublikreger.

Bạn có thể muốn xem thêm
Die Leidenschaft für Kaffeebohnen entflammte bei den Managern Jan Scheffler (l.) und Max Wieberneit durch einen glücklichen Zufall.
Die Kaffee-Kenner aus Düsseldorf
Studenten erarbeiten Hilfe für Start-up-Firmen

Kommentar hinterlassen

Kommentar*

Name*
Website