NRW

Millionenschwere Starthilfe für Gründer

Die dritte Generation des Seed Fonds stellt 21,5 Millionen Euro für Start-ups in der Region bereit. Erstmals ist Mönchengladbach dabei.

Wer aus einer guten Idee ein Geschäft machen will, braucht Geld. Und einen Geldgeber mit Geduld. Denn Start-ups benötigen oft eine lange Anlaufzeit, bis sie rentabel sind. Und längst nicht alle werden es auch. Einen solchen Geldgeber gibt es jetzt für Mönchengladbach. Der Seed Fonds III der Gründerregion Aachen hat seine Arbeit aufgenommen, und erstmals beteiligt sich daran die Stadtsparkasse Mönchengadbach mit einem nennenswerten Millionenbetrag. Insgesamt 21,5 Millionen Euro stehen für Gründer in der Region bereit, vorwiegend für junge Technologie-Unternehmen, die die Finanzspritze in Form von Eigenkapital erhalten. „Die Gründer-Szene hat sich im IHK-Bezirk deutlich belebt durch ein hohes Engagement vieler Akteure. Wir wollen zeigen, dass man auch in Mönchengladbach gründen kann und dafür den Ökoraum schaffen“, sagt Hartmut Wnuck, Vorsitzender des Sparkassen-Vorstands und Vize-Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein. „Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem Gründer die Möglichkeit haben, ihre Idee zu verwirklichen“, sagt Sparkassen-Vorstand Antonius Bergmann.

Die Förderung funktioniert so: Ein möglichst junges Team aus der Region bekommt über mehrere Finanzierungsrunden bis zu fünf Jahre lang zwischen 300.000 und drei Millionen Euro vom Seed Fonds, der damit Gesellschafter wird. Die Förderung geht über fünf Jahre und beinhaltet nicht nur Kapital. „Wir bringen mehr als Geld in diese Beziehung ein: Es geht um Beratung zu Strategie und Finanzierung und ein ganzes Netzwerk, das hilft, zum Erfolg zu kommen“, sagt Markus Krückemeier, Geschäftsführer der Fonds-Managementgesellschaft. Dahinter steckt die Sparkassen-Beteiligungsgesellschaft S-UBG mit Vorstand Bernhard Kugel, der den Fonds ebenfalls managt.

Bei der Startfeier im April waren die Verträge über die Gladbacher Beteiligung noch gar nicht unterschrieben. „Das erste Closing des Seed Fonds III war am 12. April. Es war bereits seit längerem geplant, dass die Sparkassen Mönchengladbach und Heinsberg im zweiten Closing zum Fonds hinzutreten, welches Mitte Mai stattfand“, sagt Claas Heise, bei der NRW-Bank Leiter der Abteilung Venture Capital. Das Kapital kommt zum Teil von der NRW-Bank, die acht Millionen Euro gibt. Außerdem beteiligen sich die Stadtsparkasse Aachen, die DSA Investgesellschaft Aachen und die Kreissparkasse Heinsberg.

Dabei ist nicht festgelegt, wie viel Kapital in welche Kommune geht. Gründer-Teams, die gefördert werden wollen, müssen eben aus der Region kommen. Sie sollten nicht viel älter als 18 Monate sein und natürlich eine gute, technologiegetriebene Idee haben. In Aachen, wo durch die ersten beiden Seed Fonds bereits etwa 20 Unternehmen gefördert wurden, liegt der Schwerpunkt auf Medizintechnik, Engineering und Software/IT. In Mönchengladbach wird dies kaum in dieser Form gelingen, dafür ist Gladbach auch dank der Hochschule Niederrhein und bald auch der Textilakademie bei Logistik und technischen Textilien vorne. Auch eine Cybercrime-Akademie, die für das alte Polizeipräsidium geplant ist, bringt Fachkräfte mit guten Ideen hervor.

Nach fünf Jahren zieht sich der Fonds allmählich zurück und verkauft die Anteile an dem ehemaligen Start-up mit Gewinn – wenn die Saat denn aufgegangen ist.

Foto: (v.l.) Bernhard Kugel (SUBG), Hartmut Wnuck (Stadtsparkasse), Markus Krückemeier (Seed-Fonds), und Antonius Bergmann (Stadtsparkasse)

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