NRW

Gründerszene soll ermutigt werden

Bei der Veranstaltung „Get up start up“ stellten fünf Gründerteams ihre Ideen in der Hochschule Niederrhein vor.

Die Nervosität ist im Z-Gebäude der Hochschule Niederrhein deutlich zu spüren. Die fünf Teilnehmergruppen hält es wenige Minuten vor Beginn der Veranstaltung kaum auf den Sitzen. Sie dürfen in jeweils sieben Minuten ihre Gründeridee vorstellen und werden im Anschluss von einer Jury und dem Publikum bewertet. Alle Teilnehmer sind aus dem BWL-Studiengang der Hochschule von Professor Georg Oecking und belegen einen Businessplan-Kurs, wo sie ihre Ideen ausgearbeitet und entwickelt haben.

Während des ersten Pitches wird den rund 50 Zuschauern schnell klar: Hier handelt es sich noch nicht um völlig ausgereifte Konzepte. Darum gehe es aber auch nicht. „Die Leute sollen vor allem sehen, dass es Menschen gibt, die sich trauen zu gründen“, erklärt Marc Nierwetberg, Vorstandsvorsitzender NextMG. Denn die Startup-Szene in der Stadt ist noch klein. Besonders bei den Studierenden sei großes Potenzial da. „Wenn Studenten heute mit ihrem Studium durch sind, dann wird gemeinsam an einer Bewerbung für einen Job gefeilt“, so der Vorsitzende. Es sei die Ausnahme, wenn ein Student von sich aus ans Gründen denkt. „Und wenn, dann wird die Idee schonmal als Spinnerei abgetan“, so Nierwetberg. „Wenn aber von zehn Studenten plötzlich vier oder fünf mit dem Gründen liebäugeln, dann hat das schon eine ganz andere Wirkung.“

Und genau da, möchte das Format „Get up start up“ ansetzten. Es ist eine Veranstaltung, die gemeinsam von NextMG, der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach, der Hochschule Niederrhein, der Stadtsparkasse Mönchengladbach als Hauptsponsor und dem Gründerzentrum Westend MG ausgerichtet wird.

Die Leute sollen sich hier kennenlernen, austauschen und sehen, dass Gründen nichts außergewöhnliches sein muss. „Lassen sie mal einen Business-Studenten auf einen Designer treffen, so können die besten Ideen entstehen“, betont Nierwetberg.

Dabei kommen dann beispielsweise die folgenden fünf Ideen heraus, die die Studenten an diesem Abend präsentieren. Die erste Gruppe möchte auf naturbasis entwickelte Pflegeprodukte speziell für Menschen mit Neurodermitis anbieten. Eine schnelle Zeitarbeitsfirma mit Jobs für Studenten noch am selben Tag per App, ist die Gründungsidee von Gruppe zwei. Zwischen den Vorträgen gibt es immer wieder teils sehr kritische Nachfragen, das soll aber auch so sein. Die Teilnehmer werden, wie der Fachmann sagt – geroastet (gegrillt). „Da muss man durch. Das gehört bei der Verbesserung der Idee dazu“, sagt auch Moderator Sebastian Leppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei NextMG.

Die vier Mädchen aus der dritten Gruppe möchten individuell gestaltbare Schultournister für Jedermann ermöglichen, ganz einfach per Druck und Online-Konfigurator. Der sieben Minuten Pitch der vierten Truppe beschäftigt sich mit einem Online-Portal auf dem Arbeitgeber gezielt nach passenden Arbeitnehmern, in diesem Fall Studenten, suchen können. „Das ist wie Tinder für die Arbeit.“

Die letzten an diesem Abend aber die ersten auf dem Treppchen, sind die vier Studenten von „FGHT CNCR“. Mit ihrer Infoplattform für Krebskranke und deren Angehörige haben sie sofort das Publikum und auch die Jury hinter sich. Die App gebe beispielsweise Angehörigen die Möglichkeit sich mit anderen Angehörigen auszutauschen. „Das ist ein lebensveränderndes Thema, das bewegt die Menschen“, erklärt Leppert die Entscheidung der Jury. „Was Menschen bewegt, klappt immer besser als alles andere.“ Die Gründer Lars Wateler, Laura Hanstein, Sascha Luhmeyer und Tanja Grieshaber gewinnen mit ihrer Idee 300 Euro, einen Raum im Westend MG für ein halbes Jahr sowie eine Wildcard für den „Rheinland Pitch“. Dort werden sie mit ihrer Idee gegen richtige Profis antreten. „Und das müssen sie jetzt in dem halben Jahr auch werden. Da werden wir alle bei helfen, beraten und unterstützen“, versichert Sebastian Leppert.

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