Düsseldorf Köln

Halb Alt, halb Kölsch – „Költ“ kommt in die Läden

Gefühlt seit 1288 „eint“ Düsseldorfer und Kölner eine innige Abneigung. Zwei Jung-Unternehmer wollen die alte Rivalität überbrücken – mit dem Versöhnungsbier „Költ“: Ein Mischmasch aus Alt und Kölsch. Prosit!

Das rheinische Versöhnungsbier „Költ“ wird Realität: An diesem Samstag (27. Oktober) beginnt der Verkauf des Flaschenbiers. Sprachlich wie farblich ist das neue Bier ein Mittelding zwischen Kölsch und Alt. „Wir haben in Krefeld eine Brauerei samt Abfüllung gefunden“, sagte Költ-Erfinder Hans Berlin. Auch der Einzelhandel spiele mit: In zahlreichen Filialen von Rewe und Edeka sowie in diversen Craftbeer-Läden im Rheinland sei das Bier ab sofort erhältlich.

Die beiden Gründer Hans Berlin und Matthias Ross haben inzwischen ihre bisherigen Jobs gekündigt, um sich ihrer Bier-Idee zu widmen, unterstützt durch das neue Gründerstipendium NRW.

Vergangenen Karneval waren bereits die ersten 800 Liter Költ ausgeschenkt worden – als Fassbier. In den vergangenen Monaten hatten Berlin und Ross nochmal am Rezept gefeilt und die neue Kreation mit einer Blind-Verkostung getestet. Dabei habe Költ besser abgeschnitten als das im Test verwendet Altbier und das Kölsch, versicherte Berlin.

Ziel sei es, 1500 Hektoliter des obergärigen Gerstensafts im ersten Jahr zu verkaufen: Das sind immerhin 450.000 Flaschen. „Költ“ schwimmt auf der Modewelle zahlreicher neuer Trend-Biere aus Mikro-Brauereien.

Für das Bier-Start-up haben die Macher ihr Startkapital im Internet per Crowdfunding-Kampagne eingesammelt. Mehr als 20.000 Euro kamen zusammen. Das Design haben Ross und Berlin als gelernte Designer selbst entworfen. Das Logo ist eine besondere Ähre: Links und rechts sprießen aus ihr die Spitzen des Kölner Doms hervor, in der Mitte der Düsseldorfer Fernsehturm.

In Monheim, also an der Biergrenze zwischen Köln und Düsseldorf, auch Bier-Äquator genannt, war das neue Bier erfunden worden als „Einheitsbier“ für das Rheinland. „Vereint gebraut“, heißt der Slogan.

„Die Idee ist nett, aber der große Wurf wird das wohl nicht“, hatte Bier-Sommelier Michael Zepf aus München prognostiziert. Beide Städte pflegten ihre Rivalität: „Keiner will eine Mischung haben. Die Farbe ist schön, keine Frage.“ Aber geschmacklich könne man Alt und Kölsch als zwei entgegengesetzte Pole nicht zusammenbringen. „Das Alt ist röstmalzbetont, das Kölsch leicht und fruchtig“, sagte Sommelier Zepf.

Fünf andere rheinische Neulinge im Biergeschäft waren den Monheimer Brauern zwischenzeitlich zuvor gekommen: Die Toten Hosen haben ihr „Hosen hell“ bereits im Juli auf den Markt gebracht. Den lateinischen Spruch auf dem Bier der Toten Hosen hatte Sänger Campino beigesteuert: „De gustibus non est disputandum“ – „Über Geschmack kann man nicht streiten“.

Nach Schätzung des Deutschen Brauer-Bundes werden in Deutschland über 6000 verschiedene Biermarken angeboten. Das seien 1000 mehr als noch vor zehn Jahren. Wer jeden Tag ein anderes Bier probieren wolle, ohne sich zu wiederholen, würde für alle Biermarken in Deutschland insgesamt mehr als 16 Jahre benötigen. Bier-Spezialitäten, regionale sowie alkoholfreie Biere legten im deutschen Biermarkt zu, der 2017 um mehr als zwei Prozent schrumpfte.

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