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Startup-Center in Duisburg: UDE will dabei sein

Während südlich der Wedauer Brücke in Duisburg die Planung eines neuen Stadtteils bereits Gestalt annimmt, geht es nun auch nördlich der Brücke voran. Dort könnte ein „Exzellenz Startup Center“ entstehen. Die Universität Duisburg-Essen (UDE) bestätigt eine Bewerbung im Wettbewerb um eines von bis zu sieben Gründerzentren, die NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) ausgeschrieben hat.

Forschungsstarke Universitäten sollen ab Frühjahr 2019 die Chance bekommen, sich so zu „Leuchttürmen im Gründungsgeschehen“ zu entwickeln. Den Siegern im Wettbewerb winkt eine Förderung von insgesamt 150 Millionen Euro über fünf Jahre. „Wir gehen deshalb davon aus, dass für jede Universität bis zu vier Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen“, rechnet Prof. Dr. Thomas Kaiser – er treibt die Bewerbung der UDE voran, für die sich das Rektorat ausgesprochen hatte, nachdem der Minister im September am Rande seiner USA-Reise den Wettbewerb angekündigt hatte. Pinkwart verfolgt damit auch das Ziel, die NRW-Standorte an Rhein und Ruhr stärker in den Fokus von Investoren aus dem Silicon Valley zu rücken.

Die Entscheidung über den Zuschlag für die „Exzellenz Startup Center“ soll schon im März 2019 fallen, um Unis, die sich am Exzellenz-Wettbewerb beteiligen, ein zusätzliches Argument im Wettstreit gegen bundesweite Konkurrenz zu verschaffen. Aachen und Köln, die neben Münster, Bochum und Bonn zu den Bewerbern zählen, gelten deshalb auch als Favoriten für die Startup-Center. Münster ist darauf als nicht technisch ausgerichtete Hochschule aber nicht angewiesen. „Wir haben starke Konkurrenz, aber mehr als eine Außenseiter-Chance“, sagt Kaiser.

Wenngleich eine fünfjährige Anschubfinanzierung mit insgesamt bis zu 20 Millionen Euro für ein Startup-Center eine attraktive Chance für die Universität Duisburg-Essen ist, hat sich das Rektorat die Entscheidung nicht leicht gemacht. Denn mit der Bewerbung geht die Hochschule auch erhebliche langfristige finanzielle Verpflichtungen ein: Im Falle eine Zuschlags für eines der Gründerzentren muss sie das Engagement für die Startup-Szene über die fünfjährige Förderfrist hinaus verstetigen und Gebäude und Personal aus eigener Kraft weiter finanzieren.

Die UDE kann mit mehr als 20 Jahren Gründungsengagement des IDE-Zentrums für Innovation und Unternehmensgründung argumentieren, sie könnte Heimat werden für Gründer aus den neuen Hochschulen, die im Umfeld (Mülheim, Bottrop, Kamp-Lintfort, Krefeld) entstanden sind.

Wenngleich UDE-Sprecherin Beate Kostka darauf verweist, dass der Antrag „unabhängig von konkreten Planungen für das Wedau-Gelände“ gestellt werde, könnte das Areal an der Werkstättenstraße der Universität die Möglichkeit geben, dort ihr Engagement für Gründer zu bündeln. Die Gebag, mit der die UDE eine grundsätzliche Kooperation bereits im vergangenen Jahr vereinbarte, hat nun die denkmalgeschützten Altgebäude des einstigen Bahn-Ausbesserungswerks erworben. Vier Gebäude sollen erhalten und umgebaut werden, zwei wurden bereits abgebrochen, zwei weitere sollen noch fallen.

Insgesamt sind rund 50 Hektar Flächen nördlich der Wedauer Brücke planerisch für die Ansiedlung von universitätsnahem Gewerbe vorgesehen – diese Flächen bleiben vorerst in Bahnbesitz. Einschließlich der teilweise ebenfalls denkmalgeschützten Hallen, für die es angesichts hoher Investitionskosten noch kein Konzept gibt.

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