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Kaarst soll Start-Up-Zentrum bekommen

Die Verwaltung in Kaarst hat von der Politik den Auftrag erhalten, Möglichkeiten für ein Existenzgründer-Zentrum auszuloten. Zudem soll geprüft werden, ob es vom Bund und Land Fördermittel für eine Ansiedlung solcher Unternehmen gibt.

Nordrhein-Westfalen hat Berlin als Spitzenreiter als Start-Up-Hotspot abgelöst. Rund 19 Prozent aller deutschen Start-Ups sind in NRW zu Hause. Bisher war die deutsche Bundeshauptstadt immer das Mekka für Existenzgründer, doch dort sitzen nur noch 15,8 Prozent aller Start-Up-Unternehmen. Das geht aus dem vom Bundesverband Deutsche Start-Ups und der Unternehmensberatung KPMG herausgegebenen Start-Up-Monitor hervor.

Nun sollen auch Existenzgründer nach Kaarst kommen. Die FDP hat in einem Haushaltsbegleitbeschluss im Hauptausschuss Ende November die Verwaltung dazu aufgefordert, zu prüfen, ob und wie die Ansiedlung solcher jungen Unternehmen in einem Start-Up-Zentrum in den noch zu erschließenden Gewerbegebieten möglich ist und welche Bedingungen geschaffen werden müssten, um den Standort Kaarst schmackhaft zu machen.

Bislang erhält die NRW-Landesregierung von den Existenzgründern allerdings schlechte Noten. „Ein neu zu schaffendes Start-Up-Zentrum für junge Unternehmen in der Stadt Kaarst würde ein weiteres strategisches Mittel nachhaltiger innovativer Kaarster Wirtschaftsförderung sein. Diese ergänzende Strategieausrichtung in der Wirtschaftsförderung soll ein weit über die Stadtgrenzen hinaus reichendes und positives Imageprofil schaffen sowie die Stadt Kaarst als innovativen Standort positionieren“, heißt es in dem Antrag.

Für den FDP-Vorsitzenden Günter Kopp ist es zwingend notwendig, an dieses Thema zu denken. „Wenn wir schon neue Gewerbegebiete erschließen, müssen wir auch Bedingungen für junge Unternehmen schaffen“, sagt er. In welchem neuen Gebiet das Gründerzentrum entstehen soll, ist Kopp im Prinzip egal: „Man sollte sich nicht festlegen. Wichtig ist, dass überhaupt etwas passiert. Das ist eine echte Chance für junge Unternehmer, sich in Kaarst zu profilieren und möglicherweise in der Stadt zu wachsen“, sagt Kopp weiter. Bei den anderen Fraktionen stößt der Beschluss auf Zustimmung. „Im Bereich des Platenhofes sollen Flächen für örtliche Handwerker zur Verfügung gestellt werden. Das schließt jedoch nicht aus, dass in einem Teilbereich Möglichkeiten für Start-Up-Unternehmen geschaffen werden. Umfang und Ausgestaltung müssen noch näher besprochen werden“, sagt der CDU-Vorsitzende Lars Christoph. Seine SPD-Kollegin Anneli Palmen sieht das Vorhaben etwas kritischer, da die Stadt in Konkurrenz mit Monheim und Düsseldorf treten würde. „Die beiden Städte sind schon sehr weit bei der Etablierung von Netzwerken und den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ansiedlung. Daher müsste Kaarst aufholen und Voraussetzungen schaffen wie günstige Mieten, Office-Sharing, Vermittlung von Investoren und somit eine enge Begleitung durch die Wirtschaftsförderung“, sagt sie.

Und genau das würde die Kaarster Wirtschaftsförderung tun: Begleiten, beraten und unterstützen. Einer Prüfung durch die Stadt, ob Kaarst eine Gründerszene schaffen kann, sei laut Palmen nichts entgegenzusetzen. Doch sie warnt: „Wir sollten uns davor hüten, alles zu wollen und dann nichts richtig zu machen.“

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