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Lohbusch-Bräu: Die zwei Brauer von Viersen

Viersen 1970 wurde das letzte Lohbusch-Bräu ausgeschenkt. Die gelernten Braumeister Florian Ackens und Jan-Philipp Eccher beleben die Viersener Traditionsmarke wieder — und haben im Jubiläumsjahr 2019 viel vor.

Seit Karnevals-Erwachen gibt es wieder Lohbusch Bräu in Viersen. Als die Jecken am 11.11. um die Dülkener Narrenmühle ritten, schenkten ihnen zwei kernige junge Männer das Bier ein, das für Gambrinuskultur schlechtweg in Viersen steht. „Mit unserem Lohbusch wollen wir peu à peu Viersen und den Niederrhein aufrollen“, sagt Florian Ackens. Der 26-jährige Braumeister aus Viersen hat mit seinem gleichaltrigen Partner Jan-Philipp Eccher am 19. Oktober die Firma „Lohbusch Bräu Viersen“ angemeldet. Seit September 2017 tüftelt das Duo an einer bierseligen Geschäftsidee, seit März 2018 in der Start-up-Schmiede „Gewächshaus“.

Die beiden jungen Männer kennen sich von der Meisterschule in München. Das originale Lohbusch-Bier, das bis 1970 an der Dülkener Straße in Viersen gebraut wurde, kennen die beiden natürlich nur vom Hörensagen. Florian Ackens’ Mutter Martina (51) brachte die beiden Brauer auf den Geschmack, das Viersener Traditionsgetränk wieder aufleben zu lassen. „Das haben wir jetzt geschafft, und es wird noch eine ganze Menge kommen“, verspricht Jan-Philipp Eccher, der aus dem Sauerland stammt und bereits als Schüler beschlossen hat, dass Bier einmal sein berufliches Lebenselixir wird.

Die Tradition Viersen hat eine große Biertradition: Um 1820 gab es 13 Brauereien. Der Bierbrauer Anton Lohbusch taucht 1873 erstmals in den Bauakten der Stadt auf. An die historische Lohbusch-Brauerei erinnert heute noch das sanierte Sudhaus an der Dülkener Straße 72. Dieses markante dreigeschossige Bauwerk ist 1899 entstanden und geprägt von der durch hohe Rundbogenfensteröffnungen belichteten Sudhalle im Erdgeschoss.

Über eine Partnerbrauerei wurde Anfang Oktober 2018 das erste Mal das neue Lohbusch gebraut. Seit Anfang November wird das Bier mit 4,8 Prozent Alkohol in 50-, 30- und 20-Liter-Fässern abgefüllt. „Die ersten Fässer sind schon verkauft, auch außerhalb des Karneval“, sagt Florian Ackens, selbst Mitglied in zwei karnevalstreibenden Vereinen.

Im kommenden Jahr, zum 150-jährigen Bestehen von Lohbusch, soll es entsprechend ein Jubiläumsbier geben. Die ersten Kneipen haben nicht lange auf sich warten lassen, Lohbusch zu zapfen – unter anderem „Eleni’s-Musikcafé“ in Viersen. Schlanke 0,3-Liter-Flaschen sollen ab 2019 im Getränkehandel angeboten werden. Schon jetzt gibt es einen Lieferservice.

Doch Ackens & Eccher haben mehr im Sinn als Getränkehandel. Schließlich sind beide ausgebildete Bier-Sommeliers. „Wir stehen dafür, dass Bierkultur nicht bei Pils und Alt aufhört“, sagt Florian Ackens. Aufgrund der Vielfalt der Biere müssen beide lange überlegen, welches denn ihr Lieblingsbier ist. Also, Jan-Philipp steht mehr auf blond, Florian mehr auf brünett. Die feinen Unterschiede wollen sie in Bierseminaren, Verkostungen und Braukursen herausfiltern.

Wie schmeckt Lohbusch? „Sehr fein, dezentes Aroma, süffig, mit Pfiff“, bringt Jan-Philipp Eccher es auf den Punkt. „Und es ist ein kräftiges Bier, die Zutaten werden gewürdigt, den Hopfen riecht man raus“, so Florian Ackens. Neben den Klassikern Pils und Alt wollen die Lohbusch-Brauer ab 2019 weitere Sorten anbieten wie Maibock zum Frühjahr oder Summer Ale zum Sommer.

Wenn das Lohbusch-Bräu eine treue Fangemeinde gefunden hat und der Gerstensaft kräftig aus den Fässern sprudelt, wollen die beiden Braumeister die Quelle ihrer Einnahmen nach Viersen verlegen und mitten in der Stadt eine Brauerei bauen. Doch bis dahin müssen sie noch hochprozentige Bierbildung betreiben. Prosit!

Kontakt Entweder per Telefon unter 0151 42127717, via E-Mail an
lohbusch-bier@gmx.de oder auf Facebook: „Lohbusch Bräu Viersen“

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