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Die Stadt Neuss möchte Startups anlocken

Neuss soll für Startups attraktiver werden. Die Stadt setzt dabei auf Kooperationen. Ein „Ideengeberhaus“ soll etwa ganz auf die Arbeitsformen der jungen Generation abgestimmt werden.

Die Stadt Neuss möchte verstärkt Startups und Gründer anziehen. Bis Ende 2019 werden daher eine ganze Reihe an Maßnahmen umgesetzt, um als „Gründungsstandort“ attraktiver zu werden. Die Wirtschaftsförderung hat ein Bündel an Kooperationen eingestielt, die nun nach und nach umgesetzt werden sollen. Zudem wird ein neues Startup-Zentrum hinzukommen: Laut Wirtschaftsförderer Andreas Galland liegt inzwischen die Baugenehmigung für das von Matthias Wilhelm, Geschäftsführer des Unternehmens Wilcon Data, geplante „Ideengeberhaus“ am Habichtweg vor. Der Baustart könnte noch im ersten Quartal erfolgen.

Ende Oktober, spätestens Anfang November sollen die ersten Startups in den Neubau am Habichtweg einziehen können. „Wir haben bereits viele Interessenten“, sagt Wilhelm. Das „Ideengeberhaus“ soll auf neue Technologien und Arbeitsformen der sogenannten Generation Y ausgerichtet sein. Das Raumkonzept orientiert sich an verschiedenen Bedürfnissen – vom freien Arbeitsplatz in der Coworking-Zone bis hin zum Büro für mehrere Personen. Die Stadt hat mit Wilhelm eine Kooperationsvereinbarung geschlossen und sich ein Belegungsrecht für zehn sogenannte Open-Desk-Arbeitsplätze gesichert. Gründern soll damit die Möglichkeit gegeben werden, einen solchen Arbeitsplatz auf Vermittlung der Stadt zu nutzen.

Das Ziel Neuss soll als Gründungsstandort attraktiver werden. Startups sind nicht nur als potenzielle Partner eine Bereicherung für die Wirtschaft vor Ort, sondern schaffen auch neue Arbeitsplätze. Die Stadt will daher die Rahmenbedingungen für Gründer verbessern.

Darüber hinaus startet die städtische Kooperation mit der Rheinischen Fachhochschule (RFH) Köln. Am Standort Neuss – er befindet sich am Markt – beginnen zum Wintersemester 2019 die Studiengänge „Unternehmensmanagement“ (Bachelor) und „Entrepreneurship“ (Master) am neugegründeten „Institut für Entrepreneurship und Unternehmensmanagement“.

Außerdem plant die Wirtschaftsförderung eine digitale Plattform, die alle in Neuss verfügbaren Beratungs- und Dienstleistungen für Existenzgründer bündelt. „Dazu haben wir Gespräche mit allen Akteuren, die in diesem Bereich in der Stadt tätig sind, geführt“, betont Galland. Dazu zählen der Rhein-Kreis Neuss, die Kreishandwerkskammer, Sparkasse, Volksbank, Handwerkskammer Düsseldorf, die Bürgschaftsbank NRW, Standort Niederrhein GmbH – und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. „Leider hat sich die IHK inzwischen so positioniert, dass die Förderung der Gründerszene nicht auf kommunaler Ebene, sondern in der Region vorangetrieben werden soll“, erklärt Galland. Aus Sicht der Stadt Neuss sei dies nicht nachvollziehbar.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz verweist darauf, dass Startups über Stadtgrenzen hinaus denken und agieren. „Daher halten wir es auch für zielführender, wenn wir Existenzgründern über eine regionale Plattform unsere Dienstleistungen, Netzwerke und Beratungen anbieten“, erklärt er. Dies stehe einer Darstellung von Angeboten auf kommunaler Ebene nicht im Weg. Man könne sich nur nicht an den Darstellungen von 19 Kommunen im Kammerbezirk beteiligen. „Wir bieten an, dass die lokalen Partner ihre Angebote unter dem Dach der ,Gründerregion Niederrhein’ bündeln, um so überregional mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen“, betont Steinmetz. Die Region habe für Gründer schließlich viel zu bieten.

Die Mitglieder der Gründerregion Niederrhein kommen am 8. Februar zusammen, um neue Projekte und Aktionen zu verabreden.

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