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Remscheid: „Der Traum eines jeden Digitalpolitikers“

Die SPD-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann ist von der Gründerschmiede beeindruckt. Auf ihrer Digitalisierungstour durch Nordrhein-Westfalen machte die SPD-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann am Dienstag Halt in der Seestadt auf dem Berg, um sich das Remscheider Vorzeigeprojekt der Gründerschmiede anzuschauen.

Der gemeinnützige Verein unterstützt Digitalgründer und wünscht sich von der Politik einen Bürokratieabbau bei Förderanträgen.

Die Parlamentarierin staunte, als Christoph Imber, Geschäftsführer der Gründerschmiede, ihr im knapp einstündigen Gespräch erzählte, wofür der gemeinnützige Verein steht und was er in seinem vergleichsweise kurzen Dasein geleistet hat. Parteikollege Sven Wolf hatte ihr für ihre Tour einen Besuch des NRW-weit einmaligen Projekts empfohlen. Aus einem Netzwerk von Start-Ups heraus entwickelte sich 2016 der Verein, dem mittlerweile über 250 Mitglieder angehören. Bei den Gründerstammtischen kommen regelmäßig motivierte Gründer mit gestandenen Unternehmern zusammen, tauschen sich aus, unterstützen sich und entwickeln sich weiter. Besonders Digitalgründer stoßen hier auf offene Ohren und profitieren vom Netzwerk.

Hintergrund Christina Kampmann war von 2015 bis 2017 NRW-Familienministerin und ist Sprecherin für Digitalisierung und Innovation der SPD-Fraktion im Landtag. Sie besuchte auch die Plattformgründer von „bergisch.io“, die eine Digitalisierungslandkarte betreiben. Die Ergebnisse ihrer Tour will sie in „konkrete parlamentarische Initiativen“ einfließen lassen

Im Gegensatz zu den Entwicklungen in großen Metropolen wie Köln und Berlin, wo es regelrechte Start-Up-Blasen gebe, eine Parallelwelt, in der junge Online-Unternehmen zwar schnell aufpoppen aber auch ebenso schnell wieder verdampfen und von der ein Normalbürger in der Regel nichts mitbekäme, stünden die Gründer in Remscheid – auch durch die Nähe zur Industrie – auf solideren Füßen. „Wir machen das hier auf bergisch-ehrliche Art“, äußerte Imber. „Hier haben wir zudem die Möglichkeit, die Idee eines Gründers innerhalb von einem Monat zum Prototypen zu bringen.“

Der Austausch zwischen Start-Ups, Wirtschaft und Wissenschaft, der in Remscheid gut funktioniere, sei „der Traum eines jeden Digitalpolitikers“, sagte Kampmann, die fleißig notierte, um die Ideen in die Landeshauptstadt mitzunehmen. Das Ziel ihrer Tour sei es, „die Digitalisierung von unten (zu) gestalten und nicht von oben herab“.

Ein besonderes Anliegen schien Kampmann auch die Förderung von Gründerinnen zu sein, die nach wie vor – auch in Remscheid – einen sehr geringen Anteil (1:10) ausmachen. Vielleicht könnte eine Art Stipendium helfen, überlegte die Politikerin laut. Doch Imber schlug vor, das Umfeld für Gründerfrauen, die häufig auch einen Kinderwunsch haben, angenehmer zu gestalten, etwa durch Kooperationen mit Kindergärten.

Für die Arbeit der Gründerschmiede wünschte sich Imber dagegen eine übersichtlichere und einfachere Form, um Förderungen des Landes und Bundes zu beantragen. Gründer hätten es in der Anfangsphase ohnehin schwer genug, um sich zusätzlich noch durch einen Förderdschungel durchzukämpfen. Außerdem müsse die Politik Digitalisierungsthemen besser vermitteln, damit auch der Normalbürger von der Entwicklung profitiere.

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