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„Cinehype“ überzeugt die Experten-Jury

Ein junges Video-Start-Up aus Duisburg erhält ein begehrtes Stipendium für Mediengründer in NRW – und hat sich noch viel vorgenommen.

Von so einer Entwicklung können andere Nachwuchsunternehmen nur träumen. Das Start-up „Cinehype“ ist erst am 1. Januar dieses Jahres offiziell gegründet worden. Und keine vier Wochen später erhalten die vier jungen Existenzgründer, die sich auf kreative Video-Produktionen spezialisiert haben, ein Stipendium des Mediengründerzentrums NRW – eines der begehrtesten Stipendien in der Medienbranche.

Neben der Auszeichnung bekommen sie professionelle Seminare, Coachings mit Experten für die Dauer eines Jahres sowie ein Betriebskostenzuschuss in Höhe von 10.000 Euro. Eine ganze Stange Geld für Till Hannes Hümbs (25), Trang Vo Thi (27), Niklas Heisterkamp (23) und Jonas Hümbs (20). Hinter diesem Quartett stecken die klugen Köpfe von „Cinehype“. Die Idee für den Firmennamen geht zurück auf Till Hannes Hümbs. „Cine“ steht als Abkürzung für das englische Wort „cinematographic“ (zu Deutsch: filmisch) und „hype“ für die produzierten Filme, die im Internet möglichst oft verbreitet werden und hohe Reichweite erzielen sollen.

In sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook fühlt sich das junge Start-Up-Unternehmen wie ein Fisch im Wasser. Seit der Auszeichnung geht es Schlag auf Schlag. Zurzeit haben sie ein Konzept für einen namhaften Getränkehersteller entwickelt. „Es geht um Videos mit Extremsportlern“, sagt Till Hannes Hümbs. Mehr möchte er aber noch nicht verraten.

Der Firmenname ist also Programm. Denn die vier Gründer produzieren kreative Video-Formate für Agenturen, Marken und Unternehmen. Der Kunde erhält das Rundum-sorglos-Paket. Von der Konzeption, Entwicklung, Schnitt bis hin zur Postproduktion liegt alles in den Händen der vier jungen Duisburger. Seit Januar haben sie ein kleines Büro mit drei Räumen an der Mülheimer Straße bezogen.

Aber jeder fängt irgendwann mal klein an – und zwar in der Wohnung von Till Hannes Hümbs. Hier entstanden an zwei Schreibtischen und mit Schnittsoftware am Computer die ersten Videos. Ende 2018 entschlossen sie sich, die Bewerbungsunterlagen für ihre erste eigene Firma beim Mediengründerzentrum NRW in Köln einzureichen. Nur wenige Tage später folgte die Einladung. In einem „Elevator Pitch“, also in einer kurzen Zusammenfassung ihrer Start-up-Idee, sollten sie sich einer zwölfköpfigen Jury mit Branchenprofis aus Film und Fernsehen stellen. Drei Minuten hatten sie Zeit. Eine Präsentation durften sie nicht halten. „Wir mussten alles mündlich vortragen“, sagt Niklas Heisterkamp. Danach folgte eine zehnminütige Fragerunde vonseiten der Jury.

Anschließend ging es zurück nach Duisburg mit der Information, dass man sich gegen 19 Uhr telefonisch melden würde. „Aber das Telefon klingelte einfach nicht“, erinnert sich Heisterkamp. So langsam begann man sich mit einer Absage abzufinden. Doch dann läutete doch noch das Telefon mit circa einer Stunde Verspätung – und mit einer frohen Botschaft.

Ganz bewusst haben sie sich für den Standort Duisburg entschieden. Hier liegen ihre beruflichen Wurzeln. Alle vier haben lange Zeit für ein lokales Stadtfernsehen gearbeitet. „Der Standort stand nie zur Diskussion“, sagt Trang Vo Thi, die einzige Frau im Team.

Und Till Hannes Hümbs ergänzt: „Durch unsere Arbeit beim Stadtfernsehen haben wir die Stadt für uns entdeckt. Wir waren viel unterwegs und haben sie einfach noch mehr lieben gelernt.“

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