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Weseler Firmenchef baut Büro-Würfel für Gründer

Eine Ideenschmiede für Wesel: Achim Klingberg von der Firma Lase will ein Start-Up-Zentrum errichten. Eigene Mitarbeiter und die anderer Unternehmen sollen sich hier treffen können. Die Pläne für „Cubes“ sind konkret.

Mit einem Neubaukomplex will der Weseler Unternehmer Achim Klingberg von der Firma Lase die Gründerszene in Wesel beleben. Seine Pläne für die „Cubes Wesel“ hat er am Mittwoch im städtischen Wirtschaftsförderungsausschuss vorgestellt. Ein Gebäudekomplex im Gewerbegebiet Rudolf-Diesel-Straße wird aus fünf Würfeln (“Cubes“) bestehen, je 120 Quadratmeter pro Ebene mit zwei Etagen, zusätzlich fünf Besprechungsräume, die auch als sogenannte Co-Working-Spaces genutzt werden können. Mehrere Mitarbeiter teilen sich hier Arbeitsplätze. 1700 Quadratmeter Büroraum insgesamt sollen entstehen. Schon 2020 sollen die Bauten fertiggestellt sein.

Seit 20 Jahren ist Klingbergs Unternehmen Lase, Spezialist für Messtechnik, in Wesel beheimatet. Neuerdings, so erklärt der Unternehmer, würde auch er den Fachkräftemangel spüren. Seine Idee der „Cubes“ könne helfen, qualifizierte Arbeitskräfte nach Wesel zu holen. Klingbergs Ziel ist es, einen Gebäudekomplex zu errichten, an dem sich Unternehmen und Start-Ups ansiedeln und vernetzen. Insbesondere auf der Technikbranche liegt der Fokus. Die Interessenten können zunächst kleine Flächen anmieten oder sich Räume mit anderen Jungunternehmern teilen. Wenn die Unternehmen wachsen, können sie mehr Platz anmieten. Die Cubes bieten flexible Platzgestaltung. „Ein kleines Dorf aus Würfeln entsteht hier“, erklärte Architekt Peter Kaster der Politik.

70 Arbeitsplätze könnten mit dem Modell dauerhaft geschaffen werden, rechnet Klingberg vor. Es gebe bereits mehrere Interessenten, mit Sparkasse, den Hochschulen und ersten potenziellen Mietern sei er im Gespräch, sagte Klingberg. „Solche Start-Up-Zentren gibt es in den großen Städten, aber noch nicht auf dem Land wie in Wesel.“ Auch der Hochschule Rhein-Waal habe er die Pläne bereits präsentiert. Die hätte ihn direkt aufgefordert, die Investition doch in Kleve zu tätigen. Das sei aber erst der zweite Schritt, sagt Klingberg. Zuerst sei Wesel an der Reihe.

Die Vorteile der Cubes aus Sicht des Unternehmens: Viel Kompetenz wird an einem Ort gebündelt. Den jungen Gründern könnten Kontakte zu Steuerberatern, Banken, IHK und Gründerberatern vermittelt werden. Auch Klingberg selbst will seine 30-jährige Erfahrung als Unternehmer weitergeben. Innovationen sollen hier entwickelt werden, Synergien sollen zwischen den beteiligten Firmen gehoben werden. Sowohl für eigene Mitarbeiter als auch für die umliegender Unternehmen seien die Gebäude gedacht, erklärt Klingberg. Er richtet mit seinen neuen Ideen den Fokus auf das Arbeiten der Zukunft, mit mehr Flexibilität, mehr Arbeiten in Gemeinschaft.

Schon heute hat das Unternehmen Lase ein Netzwerk an Partnern und Firmen, die sich ab April jeden ersten Dienstag im Monat bei der an der Rudolf-Diesel-Straße 111 ansässigen Firma um 10 Uhr zum sogenannten Cubes-Meet-up treffen und sich austauschen können. „Dadurch erreichen wir schon dann viel Aufmerksamkeit für junge Gründer. Bestehende Unternehmen können von dem Potenzial und von den Ideen der Gründer profitieren und zusammen arbeiten“, erklärt Klingberg.

Die konkrete Ausgestaltung der Arbeitsmodelle erläuterte die ehemalige Weselerin Julia Brouns, die als Gründerberaterin zwischenzeitlich bei der Industrie- und Handelskammer in Bochum arbeitete. Sie ist zurück nach Wesel gekommen und will nun die Gründerszene hier beraten. „Es gibt hier ein Potenzial in Wesel“, sagte Brouns. Auch die Kreativwirtschaft könne sich in den Cubes ansiedeln. Interesse habe eine Weseler Werbeagentur angemeldet.

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