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NRW-Start-ups bekommen mehr Risikokapital

Immer mehr junge Unternehmen von Rhein und Ruhr können Investoren von einem Investment überzeugen. Allerdings bleibt der Abstand zu Berlin und Bayern gewaltig. Und bei den richtig großen Finanzierungen spielt NRW bislang überhaupt keine Rolle. Da dominiert speziell ein Bundesland.

Immer mehr Start-ups aus Nordrhein-Westfalen bekommen Wagniskapital. Waren es 2017 noch 36 Unternehmen, die Venture Capital einwerben konnten, waren es im vergangenen Jahr bereits 59. Das ist die gute Nachricht des Start-up-Barometers, das die Unternehmensberatung EY regelmäßig veröffentlicht. Die schlechte Nachricht ist: Auch wenn NRW damit Hamburg überholt hat und inzwischen auf dem dritten Platz deutschlandweit liegt – der Abstand zu Berlin (227 Finanzierungen) und Bayern (116) ist weiterhin gewaltig.

Beim Volumen, also der Summe aller Finanzierungen, liegt Nordrhein-Westfalen mit 243 Millionen Euro (2017: 96 Millionen Euro) sogar weiterhin auf dem vierten Platz. Allein die landeseigene Förderbank NRW.Bank investierte im vergangenen Jahr 18,4 Millionen Euro im Frühphasen-Bereich. Start-ups aus Berlin konnten 2018 insgesamt 2,6 Milliarden Euro Wagniskapital einwerben, Bayern kommt auf 802 Millionen und Hamburg auf 548 Millionen Euro, was natürlich vorallem an dem Online-Händler AboutYou liegt, der von dieser Summe fast die Hälfte für sich verbuchen konnte. Insgesamt konnten speziell Start-ups aus den Bereichen Online-Handel oder der Finanzwelt (Fintechs) hohe Summen von Investoren einwerben.

Problematisch bleibt weiterhin, dass es nur wenigen Start-ups gelingt, hohe zweistellige oder gar dreistellige Millionenbeträge einzusammeln. Zwar stieg die Zahl der Start-up-Finanzierungen insgesamt in den vergangenen zwei Jahren von 498 auf 587. Das Wachstum fand allerdings überwiegend im Bereich der Finanzierungen von bis zu fünf Millionen Euro statt. Nur sieben Start-ups gelang es 2018, mehr als 50,1 Millionen Euro einzusammeln (2017: 5), sechs Start-ups konnten sich wie bereits im Vorjahr mehr als 100 Millionen Euro sichern. In der Top 5 der Finanzierungsrunden sind vier Start-ups aus Berlin (Auto1, Home24, GoEuro/Omio und N26) dabei sowie eins aus Hamburg (AboutYou).

Im Bereich E-Commerce konnten Start-ups aus NRW laut der Studie im vergangenen Jahr in zehn Finanzierungsrunden insgesamt 49 Millionen Euro einsammeln – 20 Millionen sammelte allein das Start-up Flaschenpost aus Münster ein. Im Bereich Software & Analytics waren es 88 Millionen Euro in 15 Finanzierungsrunden und bei den Fintechs acht Millionen Euro in vier Finanzierungsrunden. Etwas besser lief es im Bereich Mobilty, zu dem auch der Reisesektor gehört. Hier gab es in vier Finanzierungsrunden 16 Millionen Euro für NRW-Gründer. 20 Millionen flossen in zehn Finanzierungsrunden im Bereich Gesundheit in das bevölkerungsreichste Bundesland.

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