Köln NRW

Uber startet jetzt auch in Köln

Der Fahrdienstvermittler baut sein Angebot in Nordrhein-Westfalen aus. Die Taxi-Branche ist besorgt – denn die Erfahrungen aus Düsseldorf verheißen aus ihrer Sicht nichts Gutes.

KNach Düsseldorf ist der Fahrdienstvermittler Uber in NRW nun auch in Köln aktiv. Das US-Unternehmen gab am Donnerstag bekannt, dass die Nutzung der App ab nach München, Berlin, Frankfurt und Düsseldorf ab sofort auch in der Domstadt möglich sein soll.

Anders als in Düsseldorf wird es in Köln zunächst zwei verschiedene Möglichkeiten geben, Uber zu nutzen: Bei UberX befördern selbstständige Mietwagenunternehmer die Kunden, bei UberTaxi übernehmen dies wiederum klassische Taxen. Das Angebot UberGreen, bei dem der Kunde mit einem Elektrofahrzeug abgeholt wird, soll nach Unternehmensangaben in Kürze auch in Köln eingeführt werden.

Wie viele Fahrzeuge von den Mietwagen-Unternehmen, die für Uber aktiv sind, in Köln eingesetzt werden, wollte das Unternehmen nicht sagen. Beim Start in Düsseldorf waren es im vergangenen Jahr rund 100 Fahrzeuge. Angesichts der Größe von Köln, wo mehr als eine Million Menschen leben, dürften es dort nicht viel weniger sein, wenn Uber eine hohe Verfügbarkeit und kurze Wartezeiten bieten will.

Die Entscheidung für Köln als nächsten Standort begründete das Unternehmen mit der großen Nachfrage. So habe es 2018 insgesamt 300.000 Versuche von Menschen aus 118 Ländern gegeben, die Uber-App zu nutzen.

Die Taxi-Branche übt seit langem Kritik am Modell Uber. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, geltende Regeln für Mietwagen-Unternehmen nicht einzuhalten und mit Dumpingpreisen den Beförderungsmarkt kaputtzumachen. Laut Dennis Klusmeier, Vize-Chef des Taxiverbands NRW, haben Taxi-Fahrer in Düsseldorf nach dem Start von Uber Umsatzeinbußen verzeichnet.

Uber betont stets, sich an alle geltenden Gesetze zu halten. Deutschland-Chef Christoph Weigler betonte, er wolle weiterhin den Dialog suchen. 

Die Bundesregierung überarbeitet aktuell das Personenbeförderungsgesetz, um technologischen Entwicklungen wie dem Bestellen eines Fahrzeugs per App gerecht zu werden. Die Taxi-Branche sieht diese Novellierung kritisch, am Mittwoch gab es daher bundesweit Proteste, unter anderem auch in Düsseldorf.

Uber ist eines der wertvollsten Start-ups der Welt. An dem Unternehmen ist unter anderem der Autokonzern Toyota beteiligt. Noch in diesem Jahr soll Uber an die Börse gehen, nachdem zuletzt bereits US-Konkurrent Lyft seine Aktien platziert hatte. Laut „Wall Street Journal“ soll es bereits im Mai soweit sein. Angeblich will dabei nur einen Teil seiner Anteile ausgeben und dafür rund zehn Milliarden US-Dollar einnehmen.

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