Düsseldorf NRW Vorgestellt

Educaro betreibt acht Sprachschulen weltweit

Leon Schneider (l.) und Christian Sassin in ihrem schicken Büro im GAP 15 am Ende der Kö. Foto: Educaro

Düsseldorf: Über den rasanten Erfolg ihres Start-ups sind zwei 25-Jährige selbst überrascht. In Indien wird gerade die neunte Zweigstelle eröffnet. Christian Sassin und Leon Schneider kümmern sich auch um Visa-Anträge oder Jobs in Deutschland.

Während andere Studierende im Auslandssemester vorzugsweise zum Surfbrett greifen, zog es den Düsseldorfer Christian Sassin nach Tunesien, wo er in einer Sprachschule ein Praktikum absolvierte. Dort fiel ihm auf: „Lokale Agenturen verlangen von Eltern und Studenten im voraus hohe Gebühren für ein Studium in Deutschland, bereiten sie aber sprachlich wie kulturell überhaupt nicht richtig auf die Anforderungen in dem fremden Land vor. Sie werden sich selbst überlassen.“ Die Studenten fragten Christian, wie man ein Visum bekommen und sich an Unis in Deutschland bewerben könne. Er half, wo er konnte und beriet seine Kommilitonen gratis weiter in den sozialen Medien, als er schon längst wieder in Deutschland war.

Aus dem Bedarf nach qualifiziertem Deutschunterricht und guter Beratung vor Ort entwickelte Christian Sassin die Geschäftsidee, den Studenten einen lückenlosen Bildungsweg von der Vorbereitung über das Studium bis zum Job in Deutschland auszuarbeiten und gründete noch während seines Bachelorstudiums 2014 das Unternehmen Educaro. Gleichzeitig schrieb er sich für einen Masterstudiengang in BWL ein. Bei einem Bier und einer Bratwurst lernte er dann Leon Schneider in der Einführungswoche an der Universität kennen und holte ihn mit ins Boot. Seitdem sind die beiden unzertrennlich. Sie schrieben ihre Masterarbeit zusammen und eröffneten im März 2016 ihre erste Sprachschule  in Tunis – mit 5000 Euro Startkapital.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Heute hat das Start-up fünf Sprachschulen in Tunesien, zwei in Istanbul und eine in Mexico City. Aktuell geht eine dritte Schule in Indien an den Start. Bis zu 600 Sprachschüler im Monat und 85 Mitarbeiter hat das Unternehmen weltweit, sechs weitere arbeiten in Düsseldorf. Deutscher Firmensitz ist das GAP 15 in der Stadtmitte. Die Kunden sind Studierende in Mint-Fächern, aber auch ausgebildete ITler, Ingenieure und insbesondere Pflegekräfte. Im März haben sich beide selber erstmals ein Gehalt ausgezahlt. „Ein tolles Gefühl“, schwärmt Schneider.

Aber was macht Educaro genau? Das Unternehmen berät Interessenten und wählt geeignete Studienbewerber oder Fachkräfte auf der Basis von Noten und Qualifikationen in ihrem Heimatland aus. Damit sie aber auch erfolgreich in Deutschland Fuß fassen, müssen sie sprachlich wie kulturell gut vorbereitet werden und sich in der Fremde wohlfühlen. Deshalb findet das Educaro-Team heraus, ob der Ausreisewillige zum Beispiel eher in einer Groß- oder Kleinstadt leben möchte und erstellt genaue Bewerberprofile und individuelle Karrierepläne. Das Qualifizierungs- und Servicepaket reicht von Deutschkursen in den modern eingerichteten Educaro-Schulen im Heimatland über die Unterstützung beim Visa-Antrag bis zur vollständigen Eingliederung in die deutsche Gesellschaft am Studien- oder Arbeitsort – ein Dienstleistungsangebot aus einer Hand, mit dem die beiden Gründer derzeit ein Alleinstellungsmerkmal am Markt haben. Denn wo andere Anbieter sich üblicherweise jeweils nur auf einen Teil des Weges nach Deutschland konzentrieren, übernimmt Educaro Verantwortung für den gesamten Prozess bis zu seinem erfolgreichen Abschluss. „Das ist ein Gebot der Fairness gegenüber den Bewerbern“, findet Christian Sassin. Der hohe Anspruch setzt allerdings vielfältige Kompetenzen vo­raus: „Schaffen können wir das nur mit starken Partnern“, erklärt Leon Schneider.

Während die beiden Jungmanager sich auf die betriebswirtschaftliche Seite konzentrieren, im Ausland neu gründen und innovative Prozesse entwickeln, haben sie mit dem Düsseldorfer Institut für Internationale Kommunikation (IIK) einen international renommierten Experten für die Sprachvermittlung und die Integration in Deutschland gewonnen. So drücken zum Beispiel derzeit in den IIK-Räumen in Pempelfort 30 Studierende aus Tunesien die Schulbank. Sie bereiten sich auf ihre Aufnahmeprüfungen in Deutsch vor und stellen mit den IIK-Studienberatern die Bewerbungsunterlagen für ihre Wunschhochschulen zusammen.

Zum NRW-Netzwerk von Educaro gehören aber auch weitere Institutionen wie Ämter, Ausbildungsbetriebe oder Krankenhäuser. Die Fachkräfte, die später bei ihnen arbeiten werden, bereiten sich gerade in ausgewählten Ländern in Südamerika, Südosteuropa, in der Türkei oder in Asien auf die späteren Wechsel nach Deutschland vor.

Info Identität nicht für das schnelle Geld verkaufen

Investoren Seit 2017 gibt es zwei Investoren, die bewusst ausgewählt wurden. Gegen Venture-Capital-Geber haben sich die beiden Gründer generell entschieden. Ihr Traum: Sie möchten gerne Stipendien an Top-Leute geben, die nach fünf Jahren in ihre Heimatländer zurückkehren.

Kontakt educaro.de

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