Düsseldorf NRW Vorgestellt

Die E-Tretroller sind los

Düsseldorf E-Scooter Elektroroller 23.6.2019. Foto: Stefan Osorio-König

Das Berliner Start-up Tier hat 220 Scooter in der Düsseldorfer Innenstadt verteilt. Ein Kodex soll für Ordnung sorgen.

An die Flut der Leihräder haben sich die Düsseldorfer inzwischen gewöhnt und auch der E-Roller Eddy ist fester Bestandteil des Straßenbildes geworden. Mit den E-Scootern, also elektrisch betriebenen Tretrollern, gibt es seit dem Wochenende den nächsten Anbieter der „Sharing Economy“ auf den Straßen der Landeshauptstadt. Es handelt sich um das Berliner Start-up Tier. „Momentan haben wir 220 Scooter auf Düsseldorfs Straßen und werden das Angebot in den nächsten Wochen weiter ausbauen“, kündigte Tier-Pressesprecher Dominik Kaufmann gegenüber unserer Redaktion an. Zeitgleich mit Düsseldorf hat Tier seine grünen Roller in Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Köln, Bonn und Münster aufgestellt.

Die Düsseldorfer probierten die Roller fleißig aus. Manche fuhren damit auch durch Parks, dafür allerdings kann es Knöllchen geben. Die Stadt will chaotische Verhältnisse verhindern. „Wir schließen mit den Anbietern einen Kodex ab“, sagte Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke am Sonntagnachmittag. Darin sei unter anderem geregelt, dass nur verkehrstüchtige Fahrzeuge im Einsatz sein dürfen und „Irrläufer“ eingesammelt werden. „Wir brauchen eine gewisse Ordnung, im Zweifel räumen wir die Scooter auch weg“, sagte Zuschke. Der baldige Start von ein bis zwei weiteren Scooter-Anbietern sei wahrscheinlich. Acht hatten ursprünglich ihr Interesse angemeldet.

In der Nacht zu Samstag hatte Tier die Roller im Innenstadtbereich verteilt, sie standen mit Gratisangeboten zum Kennenlernen unter anderem an der Kö, der Schadowstraße und der Heinrich-Heine-Allee. Wer einen der Elektroroller mieten möchte, muss die App aufs Handy laden (iOS – Android), sich registrieren und dann kann es auch schon losgehen. Pro Fahrt werden 1 Euro Aktivierungsgebühr und 15 Cent pro genutzte Minute fällig.

Ein billiges Vergnügen ist das nicht. Jonas und Victoria gehörten zu den ersten Nutzern. „Wir sind normalerweise Radfahrer“, erklärt Jonas, „aber wegen des Triathlons kamen wir nicht mit dem Rad durch die Innenstadt. Deswegen haben wir uns so einen Scooter gemietet. Das ist schon praktisch.“ Martin findet die Scooter auch gut. Es sei interessant, wie schnell sich die Mobilität verändere. Allerdings findet er den Mietpreis sehr hoch. „Das kostet 15 Cent pro Minute. Wenn man das auf die Stunde hochrechnet geht das schon ganz schön ins Geld.“ Bei einer Testfahrt der Redaktion wurden für 27 Minuten 5,05 Euro fällig.

Der Preis spielte für Greg, Alex und Tristan keine Rolle. Die drei jungen Männer aus London waren für das Wochenende von der Insel angereist, hatten ihre Unterkunft bei Airbnb gebucht und gehören zur optimalen Zielgruppe, denn Buchungen im Netz sind für eine solche Klientel Alltag. „Ich habe die Scooter schon in Oslo und Paris genutzt“, sagte Alex, „jetzt habe ich halt hier die App heruntergeladen.“ Es sei eine nette Sache, so die Stadt zu erkunden.

Das Geschäftsgebiet, in dem die Tier-Roller gefahren werden dürfen, ist im Norden durch die Theodor-Heuss-Brücke, Johannstraße und Heinrich-Erhardt-Straße begrenzt, im Westen durch den Lastring mit Brehmstraße, Lindemannstraße bis Kruppstraße und Auf‘m Hennekamp, im Süden ist in Bilk an der Universitätstraße Schluss. Im Linkrheinischen dürfen die Roller in Nieder- und Oberkassel sowie am Seestern genutzt werden.

Info Helltönende Glocke ist bei Rollern Pflicht

Regel E-Tretroller dürfen 6 bis 20 km/h schnell sein. Pflicht: Lenk-/Haltestange, zwei Bremsen, Licht, helltönende Glocke

Alter Erlaubt sind sie ab 14 Jahren, eine Helmpflicht gibt es nicht. Fahren müssen E-Scooter auf Radwegen – gibt es keine, darf es die Fahrbahn sein.

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