Düsseldorf Mönchengladbach NRW Ruhrgebiet

Edeka Rhein-Ruhr erhöht Anteil an Lieferdienst Picnic

Der Lebensmittel-Lieferdienst Picnic macht seit seinem Start in Deutschland 2018 den Supermärkten Konkurrenz. Eine Kette profitiert allerdings künftig noch stärker von den Erfolgen.

Edeka Rhein-Ruhr hat seinen Anteil Picnic erhöht. Bislang hielt der Lebensmittelhändler 20 Prozent an  dem Online-Supermarkt, der Anteil soll nun auf 35 Prozent aufgestockt werden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Das Geld soll unter anderem in die Expansion im Ruhrgebiet fließen, wo Picnic den Aufbau eines zweiten Lagers und mehrerer Verteilzentren, sogenannter Hubs, plant. „Das Ruhrgebiet ist für uns ein großer Schritt“, sagt der Deutschland-Chef von Picnic, Frederic Knaudt: „Es gibt dort keinen anderen Online-Lieferdienst vor Ort.“ Picnic startete 2018 am Niederrhein. Zuletzt wurde jedoch auch ein Hub in Bochum eröffnet. 

Das Start-up, das ursprünglich in den Niederlanden gegründet wurde, hatte zuletzt bereits angekündigt, das Expansionstempo in diesem Jahr deutlich zu erhöhen. Nachdem im vergangenen Jahr zunächst Hubs in Neuss und Mönchengladbach eröffnet wurden, kamen 2019 bereits Standorte in Krefeld, Viersen, Bochum und zuletzt in Moers hinzu. Vier bis sechs weitere sollen bis Jahresende folgen. Auch die Kundenzahl, die zuletzt mit 38.000 angegeben wurde, dürfte dann deutlich steigen. Dirk Neuhaus, Geschäftsführer Edeka Rhein-Ruhr sagt daher auch über die Finanzierung: „Dieser Schritt zeigt deutlich unser Bekenntnis zu der Partnerschaft mit Picnic und das Bestreben, noch schneller gemeinsam zu wachsen.“

Picnic gilt auch unter Experten bislang als Erfolgsgeschichte. Der Onlinehandel von Lebensmitteln fristet in Deutschland noch immer ein Nischendasein. Das Picnic-Modell, bei dem per App Lebensmittel bestellt und anschließend in einem Zeitfenster von 20 Minuten geliefert werden, könnte dies jedoch ändern. In Regionen, wo Picnic aktiv ist, liegt der Picnic-Marktanteil beim Online-Handel bereits bei 80 Prozent – und viele Kunden, die das Unternehmen gewinnt, haben vorher noch nie Lebensmittel online bestellt.  Dennoch ist der Weg noch weit, immerhin werden 99 Prozent aller Waren noch immer im stationären Handel gekauft.

Das Potenzial könnte das Unternehmen allerdings dennoch interessant machen für andere Start-up-Investoren. Doch zu potenziellen Anfragen weiterer Interessenten will sich Frederic Knaudt nicht äußern, sagt aber: „Natürlich weckt unser Modell in alle Richtungen Interesse.“

Das könnte Sie auch interessieren
Scheitern ist keine Schande
Start-up entwickelt Gerät für Krankheitstest durch Pusten