Nachrichten NRW Wuppertal

Vorwerk und Hellofresh kooperieren bei neuem Start-up

Der Wuppertaler Thermomix-Hersteller war bereits in der Vergangenheit am Berliner Kochboxen-Versender beteiligt. Das Investment hat sich gelohnt. Nun steigt die Tochter Vorwerk Ventures bei einer Ausgründung von Hellofresh ein – zusammen mit einer Brauerei.

In der Filmbranche ist es üblich, den Erfolg eines Films durch eine Fortsetzung zu verlängern. Ganz ähnlich dürfte sich Vorwerk Ventures nun sein Engagement bei Hellofresh vorstellen. Die Risikokapital-Sparte des Wuppertaler Familienunternehmens ist bei der Ausgründung „HellofreshGo“ des Berliner Kochboxen-Versenders eingestiegen.

Im vergangenen Jahr hatte das Team um die beiden Gründer Dominik Richter und Thomas Griesel die Idee, Kühlschränke mit frischen Snacks in Büros aufzustellen, in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. Schon nach wenigen Monaten zog Thomas Griesel eine zufriedene Zwischenbilanz: „Das läuft sehr erfolgreich.“

Griesel ist nun auch Geschäftsführer der HellofreshGo GmbH, bei der neben Vorwerk Ventures auch der Bier-Hersteller Bitburger und Movendo Capital eingestiegen sind. Entdeckt wurde die Finanzierungsrunde (es handelt sich offenbar um die erste) von Startupdetector. Operativ wird das Team von rund 20 Mitarbeitern allerdings von Markus Schneider geleitet.

Mit dem Geld soll das Wachstum vorangetrieben werden, mehr als 100 intelligente Kühlschränke hat Hellofresh bereits bei Kunden aufgestellt. Bislang sind diese nur in Deutschland erhältlich.

Vorwerk war kurz nach der Gründung 2011 beim Berliner Start-up Hellofresh eingestiegen. Die Idee, Kochboxen mit Zutaten und Rezepten zu verschicken, so dass Kunden zuhause selbst frisch kochen können, passte gut zur Ausrichtung des Wuppertaler Familienunternehmens. Einerseits verfolgt Hellofresh genau wie Vorwerk eine Direktvertriebsstrategie, andererseits hatte man mit der Küchenmaschine Thermomix eine perfekte Plattform im eigenen Portfolio. 2016 weitete Hellofresh sein Angebot dann tatsächlich aus und bot auch speziell für den Thermomix zugeschnittene Rezepte und Kochboxen an.

Diese gibt es bis heute, Vorwerk Ventures zog sich nach dem Börsengang aber zurück und verkaufte seine Anteile an den Berlinern. Das Aktienpaket hatte laut einem damaligen Bericht des „Handelsblatts“ angeblich einen Wert von rund 68 Millionen Euro. Der Zeitpunkt war gut gewählt, der Aktienkurs, der beim Verkauf noch bei mehr als elf Euro lag, sackte zwischenzeitlich auf unter sechs Euro ab. Momentan steht die Hellofresh-Aktie bei rund neun Euro.

Bei HellofreshGo dürfte Vorwerk auf einen ähnlichen Erfolg spekulieren. Die intelligenten Kühlschränke, die unter anderem mit Salaten, Snacks und Getränken gefüllt sind, stehen aktuell in Büros von Flixbus, Zalando oder Bosch, aber beispielsweise auch in Köln bei der Unternehmensberatung Detecon.

Das könnte Sie auch interessieren
Monheimer Firma setzt auf Cannabis
Der Vordenker der Digitalisierung