NRW Vorgestellt

Die Gründer, die beim Gründen helfen

Der Neostarter bietet ein einzigartiges Konzept an, um Start-ups und Existenzgründern Hilfestellung zu geben.

Ein hessisches Start-up, das eine innovative Online-Plattform für Handwerksunternehmen entwickelt hat, um überschüssige oder wenig genutzte Roh-, Werkstoffe und Geräte rasch abzustoßen, einzukaufen oder zu tauschen. Und eine alleinerziehende ägyptische Mutter, die sich aus Hartz IV heraus den Traum von der eigenen Imbissbude in Gladbach verwirklicht.

So unterschiedlich diese beiden Gründungen auch gelagert sein mögen, so gemeinsam ist ihnen doch die Quelle, aus der sie Beratung und Hilfestellung in Anspruch genommen haben. Neostarter, ein Zentrum für die Gründerszene mit Sitz an der Regentenstraße, und sein Partnernetzwerk haben beiden unter die Arme gegriffen.

Die Beispiele verdeutlichen bereits den wohl einzigartigen Ansatz, den Neostarter verfolgt – und sich damit hauptsächlich an Start-ups mit digitalen Geschäftsmodellen und internationalem Potenzial richtet, die soziale Mehrwerte liefern. Wie etwa das junge Unternehmen Bubcon zeigt, das einen neuartigen Messenger-Dienst entwickelte.

Das Neostarter-Konzept ist dreistufig: Als „Co-Working-Space“ stellt man Räume zur Verfügung, als „Inkubator“ begleitet und berät man Gründer, hilft bei technischen Fragestellungen und der Umsetzung von Geschäftsmodellen.

Dazu kommt die Kapitalbeschaffung – auch bei privaten Investoren. Statt dem x-ten Workshop biete man individuelle Beratungsleistungen, konkrete Hilfestellung, den Zugang zu den passenden strategischen Partnern und Investoren und zusätzlich die technische und mediale Umsetzung von Konzepten, Lösungen und Kampagnen an.

„Und dabei sind wir keine Theoretiker, sondern Praktiker, wir haben alle eine Gründungsvergangenheit“, sagt Roghmal Alami. Den Neostarter setzte er Anfang 2016 auf die Schiene, in der heutigen Form gibt es ihn seit Mai 2017.

Als Plattform bringt der derzeit noch sechsköpfige Neostarter zudem diverse Dienstleister zusammen – kooperiert wird etwa mit dem Übersetzungsbüro ACT, das Start-ups aus der Digitalbranche die Internationalisierung ihrer Geschäftsmodelle ermöglicht.

Auch ein internationales Netzwerk steht hinter dem Neostarter, das ein durchgehend privat finanziertes Projekt der Alami Company von Roghmal Alami ist. Entwicklungspartner sitzen etwa in Indien und Osteuropa.

In Planung ist nun noch eine Matchmaking-Plattform, die Start-ups, Berater und Investoren in einem sozialen Netzwerk zusammenbringt.

Das Team um Gründer und Initiator Alami fällt übrigens gar nicht so sehr mit in den Chor ein, der Gladbach derzeit in Richtung einer Start-up-Hochburg singt. Sie glauben vielmehr, dass noch sehr viel Arbeit vonnöten ist.

„Leider entwickelt sich die Szene in Mönchengladbach sehr langsam“, sagt Alami. „Die Anfragen, die wir von Start-ups erhalten, erreichen uns aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, speziell aus Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Köln und Düsseldorf.“

Diese Städte hätten aufgrund gewachsener Strukturen und des sozialen und kulturellen Angebots eine größere Sogwirkung für junge Gründer. Daher habe man sich frühzeitig bundesweit ausgerichtet.

Thomas Klein, Manager Strategy Audit & Partnerships, und Thomas Boccaccio vom „Beraterstudio“, das mit dem Neostarter eng zusammenarbeitet, schlagen in dieselbe Kerbe, wenn sie sagen: „Gladbachs Gründerszene braucht eine möglichst enge Kooperation mit der Wirtschaft.“

Man habe auf Sicht wenig davon, ausschließlich auf Kreative oder Studenten zu setzen, man müsse auch andere Zielgruppen animieren, „sich mal zu trauen“ – etwa die Gruppe 50+. Es bedürfe „konkreter Ideen, wovon Unternehmen und Start-up gleichermaßen profitieren“.

Ein Beispiel könnten etwa junge Gründer sein, die sich in der Sport- und Trainingslehre engagieren und bei Borussia andocken. Vielleicht seien es, angesichts des großen Leerstands in der Stadt, sogar eher die klassischen Gründungen, die Gladbach benötige – bei Bäckern, Kfz-Werkstätten oder auch Unternehmensnachfolgen.

Auch die kämen schließlich heute ohne Digitalisierung nicht mehr aus.

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