NRW

Studenten in Kamp-Lintfort gründen erstes Unternehmen

Im Start-Up „Coduct“ entwickeln die jungen Leute „Technologie 4.0“ für die Industrie. Sie sehen im Markt große Wachstumschancen.

In Aachen ist die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule ein Motor der Wirtschaft. Studenten gründen Unternehmen, die vor allem in der Informationstechnologie aktiv sind und so den Strukturwandel der Region vorantreiben. Jetzt gibt es auch in Kamp-Lintfort ein erstes Start-Up der Informationstechnologie. Es heißt „Coduct GmbH“ und wurde von sieben Studenten ins Leben gerufen, von denen gleich fünf auf dem Campus Kamp-Lintfort der Hochschule Rhein-Waal studieren und kurz vor ihren Abschlüssen stehen.

„Die Netzwerke in der Hochschule sind gut“, sagt Erek Röös, der Information Engineering und Computer Science studiert. Er steht mit seinen 26 Jahren kurz vor seinem Magisterabschluss und arbeitet als Softwareentwickler bei Coduct. „Die Studenten kennen sich untereinander. Irgendwann hat mich Rafael Regh gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, bei einem IT-Unternehmen dabei zu sein. Ich habe ja gesagt.“ Ein Ja holte sich Rafael Regh, der schon seit seinem Abitur freiberuflich im IT-Bereich arbeitet, außerdem bei anderen Studenten und Bekannten ein. So gründete der 23-jährige Kempener im November 2017 das IT-Unternehmen „New Symphonyc GmbH“, um es als Geschäftsführer im April 2018 ins Starterzentrum Dieprahm im gleichnamigen Technologiepark zu verlegen.

Mit der Verlegung änderte das junge IT-Unternehmen den Namen in Coduct. „Der erste Name klang für viele nach London Symphony Orchestra oder Chicago Symphony Orchestra“, sagt der Geschäftsführer, der Medien- und Kommunikationsinformatik studiert. „Beide gehören zu den großen Orchestern der Welt. Aber wir produzieren keine klassische Musik.“ Coduct stellt Software her, mit der die Industrie in den digitalen Wandel einsteigen soll, in die „Industrie 4.0“.

Ein großes Unternehmen aus der Petrochemie hat das junge Unternehmen bereits als Kunden gewinnen können, für das es Lösungen entwickelt. „Es liegt in Nordrhein-Westfalen“, sagt Lorenz Schneidmadel. Der 24-jährige Oberfranke, der in Mosbach bei Heidelberg Medienwirtschaft studiert hat, gehört mit Philipp Haase, der in Darmstadt Design studiert hat, zu den beiden, die nicht die Hochschule Rhein-Waal besucht haben.

„Von Kamp-Lintfort ist man schnell am Duisburger Hauptbahnhof oder am Düsseldorfer Flughafen“, erzählt der Student, der gerade an der Hochschule in Jena seinen zweiten Masterabschluss vorbereitet. „Die Mieten sind günstig, ganz anders als zum Beispiel in München. Die Löhne sind viel niedriger als in der bayerischen Landeshauptstadt, wo es viele IT-Unternehmen gibt. Das ist für ein junges Unternehmen wichtig. Außerdem sind die Kunden in der Region, die wir über persönliche Kontakte kennen.“ Er geht von einem schnellen Wachstum aus, weil die Industrie in den nächsten Jahren stark in die „Industrie 4.0“ investieren werde. „Da ist ein großes Potential vorhanden“, sagt der Geschäftsführer Regh.

Am Montag wurde die Coduct von Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt, Wirtschaftsförderer Dieter Tenhaeff und Hochschul-Vizepräsident Dr. Georg Hauck besucht. Sie ließen sich neuere Entwicklungen zeigen. Darunter war zum Beispiel eine Applikation für den Berliner Verein „Diskutier mit mir“, mit der die Bayern bei der Landtagswahl im Oktober die Partei finden sollen, die zu ihnen passt. „Wir können uns auch ein App zur Landesgartenschau vorstellen“, blickte Rafeal Regh beim Besuch in die Zukunft.

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