NRW

Durchstarter im Handwerk

Gregor Bottermann und Fabian Küppers haben vor eineinhalb Jahren ein Start-up für Möbeldesign gegründet und beschäftigen schon fünf Mitarbeiter. Begonnen haben sie mit 200 Euro Kapital.

Ohne Businessplan und ohne Fremdkapital sind sie erfolgreich in eine klassische Branche gestartet. Die beiden Gründer Fabian Küppers und Gregor Bottermann, die sich bei der Juli-Ausgabe von #meetupMG, dem Netzwerktreffen des Vereins NextMG, vorstellten, sind ein junges Gladbacher Start-up in einem Handwerk, aber mit digitalem Einschlag. In ihrer Manufaktur werden Möbel aus Beton und Holz handgefertigt. Ihre Auftragsbücher sind voll, die Kunden kommen von weit her. Und sie sind im Internet. Mit ihrem Shop auf Amazon-Handmade verbinden die beiden Freunde traditionelles Handwerk mit den Vertriebswegen der digitalen Welt.

B&K Design ist ein echtes Start-up-Unternehmen. Die beiden Gründer kannten sich seit dem Kindergarten und begannen in einer Garage damit, die ersten Möbel aus Beton zu fertigen. Gregor Bottermann ist Tischlermeister, Fabian Küppers hat Betriebswirtschaftslehre studiert. „Wir haben angefangen, weil ich einen Beton-Couchtisch haben, aber kein Vermögen ausgeben wollte“, sagt Küppers. Schon bald kommen weitere Aufträge, und im Dezember 2016 bauten sie sich ihre jetzigen Räume in Eicken an der Martinstraße aus – mit einem eindrucksvollen Showroom und einer angrenzenden Werkstatt, wo unter anderem Waschbecken und Tischplatten aus dem Trendwerkstoff Beton entstehen. Die beiden waren bei der Gründung ihres Unternehmens 25 Jahre alt. „Wir haben kein Fremdkapital verwendet und mit 200 Euro angefangen“, sagt Fabian Küppers. Auch auf einen Businessplan haben die beiden bewusst verzichtet. „Wir wollen flexibel bleiben und mit den Kunden lernen“, stellt Gregor Bottermann fest.

Inzwischen haben die beiden fünf Mitarbeiter, darunter zwei Schreiner. Ihr Werkstattleiter ist ein Flüchtling aus Syrien. „Er war von Anfang an mit dabei und hat sich alle Fähigkeiten mit angeeignet“, erklärt Küppers. Obwohl es sich um eine klassische Branche handelt, spielt die Digitalisierung beim Erfolg von B&K Design eine wichtige Rolle, und zwar in Form der sozialen Medien. „Wir sind auf Facebook und Instagram vertreten und haben mehr als 5000 Follower“, sagt Betriebswirt Küppers, der für das Marketing zuständig ist. Durch Social Media werden viele Aufträge generiert. „Schöne Dinge will jeder sehen, und wir zeigen ihnen schöne Dinge.“

Und so kommen die Kunden von weit her, um mit Bottermann und Küppers ihre Möbel zu planen – nicht nur aus Köln und Düsseldorf, sondern auch aus Hamburg und Stuttgart. Die beiden jungen Gründer, gerade mal anderthalb Jahre am Markt, haben noch viel vor: Sie wollen neben den Exklusivmöbeln eine Serienproduktion etablieren, einen Onlineshop einrichten und suchen zudem nach einem Grundstück, auf dem sie alle Gewerke wie Tischlerei und Betonbau, aber auch Schlosserei und Glaserei unterbringen können. „Wir sind noch nicht fertig“, sagt Küppers. Eine Erfolgsgeschichte also. Ob es denn auch Fehlschläge gegeben habe, wollten die Teilnehmer des Treffens wissen. Ja, die gab’s auch. Eine Küchenarbeitsplatte aus Beton war bestellt worden – mit großen Ausschnitten. „Wir standen mit der Platte beim Kunden und sie brach mitten durch“, erzählen die beiden Gründer. In diesem Moment wären sie gern anderswo gewesen.

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